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ft+1reuterswtaqNeue Recherchen der Europäischen Zentralbank, die am Dienstag veröffentlicht wurden, ergaben, dass der jüngste Anstieg der Inflation in der Eurozone "fast ausschließlich" durch negative Energieangebotsschocks im Zuge des Krieges im Iran getrieben wurde. Dies stützt die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen im Juni zum ersten Mal seit fast drei Jahren anzuheben.
In einem Blogbeitrag verglichen die EZB-Ökonomen Kristina Barauskaitė Griškevičienė und Claus Brand die aktuelle Inflationsphase mit derjenigen nach Russlands umfassender Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Sie analysierten Variablen wie Nachfrage- und Angebotsungleichgewichte aus der Pandemiezeit, Störungen der Energieversorgung sowie finanz- und geldpolitische Maßnahmen.reuters
"Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass der aktuelle Anstieg der Gesamtinflation bis Ende Mai 2026 bislang fast ausschließlich durch negative Energieangebotsschocks getrieben wurde", schrieben die Forscher. Im Gegensatz dazu wurde die Welle hoher Inflation in den Jahren 2021 bis 2022 zunächst durch geldpolitische und später durch finanzpolitische Stimuli angeheizt, ein Unterschied, der nach Ansicht der EZB ihre diesmal besonnenere geldpolitische Reaktion stützt.reuters
Die EZB hob ihren Einlagensatz auf ihrer Juni-Sitzung von 2,00 % auf 2,25 % an. Es war die erste Erhöhung seit 2023, nachdem die Energiekosten nach Störungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt kräftig stiegen. Die Juni-Prognosen der Bank sehen die Inflation in der Eurozone für 2026 bei 3,0 %, für 2027 bei 2,3 % und für 2028 bei 2,0 %.global.morningstar+1
Unabhängig davon warnte EZB-Ratsmitglied Olli Rehn am Dienstag in einem Interview mit der Financial Times, dass sich die Zentralbank auf einen langwierigen "Zermürbungskrieg" im Nahen Osten einstellen müsse. "Wir dürfen angesichts dieses Inflationsdrucks keine Selbstzufriedenheit an den Tag legen", sagte Rehn und verwies auf die durch den Krieg und die beinahe erfolgte Schließung der Straße von Hormus in die Höhe getriebenen Energiepreise.ft+1
Rehns Äußerungen erfolgten vor den Inflationsdaten für August, für die ein Anstieg der Verbraucherpreise in den 21 Ländern der Eurozone auf 3,3 % erwartet wird, und knapp eine Woche vor der nächsten EZB-Zinssitzung am 10. September. Laut Reuters Thomson Reuters Corporation sind die Währungshüter bereit, den Einlagensatz auf dieser Sitzung erneut auf 2,50 % anzuheben, obwohl sie wenig Neigung zeigen, darüber hinaus weitere Straffungen zu signalisieren.wtaq+1
Die meisten Ökonomen hatten erwartet, dass sich der Iran-Konflikt über den Sommer abschwächen würde, doch die Kämpfe dauerten an, und eine gescheiterte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran in den letzten Monaten trieb die Ölpreise nach oben. Die Finanzmärkte preisen nun ein bis zwei zusätzliche Zinserhöhungen bis Jahresende ein. Das Expertenteam der EZB wird auf der September-Sitzung aktualisierte Wirtschaftsprognosen vorlegen, die den Entscheidungsträgern ein umfassenderes Bild davon vermitteln, wie der Konflikt die Inflationsperspektiven der Eurozone weiterhin prägt.linkedin+2