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kitco+1reuters+1kitco+1Die europäischen Aktienmärkte sind am Dienstag verhalten in den September gestartet. Steigende Energiepreise und ein erneuter Ausverkauf am Anleihemarkt dämpften die Stimmung der Anleger, obwohl sich der verarbeitende Sektor der Region widerstandsfähig zeigte.
Der paneuropäische STOXX 600 gab im frühen Handel um 0,2 % auf ein Tief von über einer Woche nach. Der britische FTSE 100 verlor nach dem Feiertag am Montag 0,5 %, und auch der deutsche DAX sank um 0,5 %. Der französische CAC 40 trotzte dem Trend mit einem leichten Plus von 0,2 %.kitco+1
Die weltweiten Anleiherenditen kletterten auf neue Höchststände, da erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise in die Höhe trieben und Inflationssorgen schürten. Die Rendite der 30-jährigen deutschen Bundesanleihe stieg auf ein 15-Jahres-Hoch, während die 30-jährige Rendite Frankreichs laut Reuters den höchsten Stand seit 2008 erreichte. Auch die europäischen Erdgaspreise legten kräftig zu, nachdem es laut Reuters zu dem „ersten direkten gegenseitigen Angriff zwischen den USA und dem Iran seit einem Monat“ kam, was die Sorge vor anhaltenden Lieferunterbrechungen schürte.reuters+2
Die Kombination aus steigenden Energiekosten und den falkenhaften Äußerungen des Fed-Chefs Kevin Warsh in der vergangenen Woche veranlasste die Händler, eine weitere Straffung der Geldpolitik einzupreisen. Die Märkte gehen nun größtenteils davon aus, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen bereits in der nächsten Woche um 25 Basispunkte anheben wird, wie aus LSEG-Daten hervorgeht.kitco+1
„Nach unserer Interpretation fällt dies immer noch unter die Kategorie einer ‚Sicherheitsanhebung‘. Eine darüber hinausgehende weitere Straffung, die von den Märkten bereits weitgehend eingepreist ist, würde jedoch bedeuten, dass die EZB eine restriktive Politik für notwendig erachtet. Dies wäre ein weitaus mutigerer Schritt, es sei denn, die Daten zeigen einen Aufwärtstrend bei der Kerninflation“, so die Analysten der ING in einer Mitteilung.devdiscourse+1
Energieaktien gehörten mit einem Plus von 1,4 % zu den Gewinnern des Tages, da Brent-Rohöl bei rund 92 US-Dollar pro Barrel gehandelt wurde. Die Aktien von Equinor kletterten im Vergleich zum Vortag um über 3 %, gestützt durch die hohen europäischen Gaspreise und einen kürzlich abgeschlossenen 15-jährigen Gasliefervertrag mit Uniper. Die Position von Equinor als wichtigster Pipeline-Erdgaslieferant Europas macht das Unternehmen zu einem direkten Profiteur des Energiepreisanstiegs.tradingkey+1
An der Stelle legten Reckitt Benckiser kräftig zu, nachdem eine Jury im Prozess um den Vorwurf, das Unternehmen habe nicht vor einer tödlichen Darmerkrankung durch seine Produkte für Frühgeborene gewarnt, zugunsten des Herstellers entschied. Air Liquide gewann 2,9 % hinzu, nachdem Berichte laut wurden, dass der aktivistische Investor Elliott Investment Management eine Beteiligung an dem französischen Industriegasekonzern aufgebaut hat.kitco+2
Der Ausverkauf erfolgte trotz ermutigender Wirtschaftsdaten. Das Wachstum im verarbeitenden Gewerbe der Eurozone erreichte im August das schnellste Tempo seit mehr als vier Jahren, angetrieben durch den stärksten Anstieg der Auftragseingänge seit Anfang 2022, wie eine Umfrage von S&P Global zeigte. Der STOXX 600 hatte Anfang August dank Anzeichen wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit und starker Unternehmensgewinne ein Rekordhoch erreicht, doch der jüngste, von den Anleihen ausgelöste Ausverkauf hat den Index seither um rund 2 % gedrückt.devdiscourse+1
Die Inflationsdaten für die Eurozone im August, die im Laufe des Dienstags erwartet werden, könnten neue Hinweise darauf liefern, ob die EZB auf ihrer September-Sitzung eine Zinserhöhung beschließen wird.reuters+1