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bloomberg+1cryptobriefingtheedgemalaysia+1Pierre Mirabaud, ehemaliger Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung und langjähriger Teilhaber der Genfer Privatbank, die seinen Familiennamen trägt, wurde am Dienstag vom Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona wegen Bestechung und schwerer Geldwäsche schuldig gesprochen.bloomberg+1
Das Gericht stellte fest, dass Mirabaud über mehr als ein Jahrzehnt hinweg 82 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet etwa 101 Millionen Dollar, an Schmiergeldern an den Vorsitzenden der kuwaitischen Public Institution for Social Security zahlte, um für Mirabaud & Cie Vermögenswerte in Höhe von rund 600 Millionen Dollar zur Verwaltung zu sichern.cryptobriefing+1
Trotz des Ausmaßes des Systems erhielt Mirabaud eine zweijährige Bewährungsstrafe mit einer zweijährigen Probezeit, was bedeutet, dass er keine Gefängnisstrafe verbüßen muss, sofern er nicht gegen die Bewährungsauflagen verstößt. Zudem wurde er zur Zahlung von 114 000 Franken an Gerichts- und Verfahrenskosten verurteilt.theedgemalaysia+1
Mehrere Faktoren sprachen zu seinen Gunsten. Mirabaud hatte sich auf ein abgekürztes Verfahren eingelassen, in dem er die Tat einräumte, um das Verfahren zu beschleunigen. Sein Alter, sein bisher tadelloser Leumund und seine Kooperation mit den Behörden wurden als strafmildernde Umstände gewertet. Zudem hatte er bereits vor der Urteilsverkündung 42 Millionen Schweizer Franken an die PIFSS zurückgezahlt, was etwa der Hälfte der gesamten Bestechungssumme entspricht. Ein separater Anklagepunkt wegen Urkundenfälschung wurde fallengelassen.cryptobriefing+2
Die Bestechungsgelder flossen zwischen 2000 und 2012 in hunderten Transaktionen an Fahad Al Rajaan, der den kuwaitischen Pensionsfonds von 1984 bis 2013 leitete. Mirabaud stand von 2003 bis 2009 an der Spitze der Schweizerischen Bankiervereinigung, einer Zeit, in der der internationale Druck auf das Schweizer Bankgeheimnis zunahm. Er zog sich 2009 aus der Bank zurück, blieb jedoch bis 2012 als Berater tätig, dem Jahr, in dem die letzten Schmiergeldzahlungen geleistet wurden.theedgemalaysia+1
Al Rajaans Amtszeit bei der PIFSS löste weitreichende Folgen aus. Sein Vermögen wurde eingefroren, und nach Strafanzeigen wurde ein internationaler Haftbefehl von Interpol erlassen. Er wurde 2016 von einem kuwaitischen Gericht wegen Korruption und Veruntreuung verurteilt und starb 2022 in London. Der Fonds setzte 2017 eine neue Führung ein und stieg aus fragwürdigen Geschäften im Wert von über 20 Milliarden Dollar aus. Die Affäre war im vergangenen Jahr auch Gegenstand eines Prozesses vor dem London High Court, für den noch kein Urteil vorliegt.theedgemalaysia
Mirabaud & Cie, gegründet 1819, gehört zu den ältesten Privatbanken Genfs. Dass ihr ehemaliger Seniorpartner, einst das öffentliche Gesicht des Schweizer Bankwesens, nun wegen Korruption verurteilt wurde, unterstreicht, wie tief der Al Rajaan-Skandal in das Herz der europäischen Privatfinanzwelt vorgedrungen ist.