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reuters+1reuters+1aljazeera+1Die Bank of Japan erklärte am Dienstag, dass die sich beschleunigende zugrunde liegende Inflation die treibende Kraft hinter den steigenden langfristigen Zinssätzen Japans sei. Damit wies sie die Annahme zurück, dass ihr laufendes Programm zur Reduzierung der Anleihekäufe die Märkte für Staatsanleihen destabilisiere. Diese Einschätzung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi einen gelasseneren Ton hinsichtlich des Preisdrucks anschlug und erklärte, dass die Weitergabe höherer Kosten aus dem Nahostkonflikt an die Verbraucherpreise bislang begrenzt sei.reuters
Dass die BOJ die höheren Renditen eher auf Inflationserwartungen als auf das Tapering ihrer Käufe japanischer Staatsanleihen (JGB) zurückführt, hat Gewicht: Die Renditen 10-jähriger JGBs sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen und liegen nun bei rund 2,85 %. Die Zentralbank beließ die Zinsen auf ihrer Sitzung am 31. Juli unverändert bei 1 %, wobei Ratsmitglied Hajime Takata für eine Zinserhöhung auf 1,25 % stimmte. Gouverneur Kazuo Ueda hat wiederholt vor Risiken gewarnt, dass die Inflation das 2-Prozent-Ziel der BOJ überschreiten könnte.tradingeconomics+2
Kiuchi äußerte sich jedoch deutlich optimistischer. „Der Gesamtverbraucherpreisindex stieg im Juni im Jahresvergleich um 1,7 % und verzeichnete damit nur moderate Zuwächse“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Er räumte ein, dass Wachsamkeit geboten sei, und merkte an, dass die Kosten „vom Sommer bis zum Herbst schrittweise auf Lebensmittel und andere Konsumgüter umgelegt werden könnten“. Wie Reuters Thomson Reuters Corporation berichtete, hat Kiuchi an den jüngsten geldpolitischen Sitzungen der BOJ teilgenommen und gilt als Befürworter einer lockereren Geldpolitik. Diese Dynamik hat an den Märkten die Frage aufgeworfen, wie stark politischer Druck die nächsten Schritte der Zentralbank beeinflussen könnte.finimize+1
Die Inflationsbotschaft der BOJ fällt in eine turbulente Phase für die japanischen Märkte. Letzte Woche bestätigten Japan und die USA eine seltene gemeinsame Intervention zum Kauf von Yen, nachdem die Währung gegenüber dem Dollar auf ein 40-Jahres-Tief gefallen war. Daten der Bank of Japan deuteten darauf hin, dass Tokio bis zu 59 Milliarden Dollar verkauft haben könnte, um Yen zu kaufen, während US-Finanzminister Scott Bessent die Beteiligung Washingtons bestätigte. Die koordinierte Aktion war die erste gemeinsame Währungsintervention der USA und Japans seit 2011.aljazeera+2
Die Spannung zwischen den falkenhaften Inflationswarnungen der BOJ und der taubenhaften Haltung der Regierung hat die Anleger über das Tempo künftiger Zinserhöhungen im Unklaren gelassen. Von Reuters befragte Analysten erwarten, dass die BOJ die Zinsen zwischen Oktober und Dezember auf 1,25 % anheben wird. Angesichts erhöhter Anleiherenditen, eines unter Druck stehenden Yen und gemischter Inflationsdaten stehen Händler in den kommenden Monaten vor einem ungewöhnlich komplexen Umfeld für die Bewertung japanischer Vermögenswerte.reuters