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esa+1esa+1ohb-italia+1Nach einer achtjährigen Reise durch das innere Sonnensystem steht die gemeinsame ESA-JAXA-Mission BepiColombo am Donnerstag, den 3. September, vor einem kritischen Meilenstein. Dann wird sich das Mercury Transfer Module der Raumsonde von seinen beiden wissenschaftlichen Orbitern trennen – der erste große Schritt in einer der komplexesten Ankunftssequenzen, die jemals bei einem Planeten versucht wurden.
Das Mercury Transfer Module, kurz MTM, hat BepiColombo seit dem Start im Oktober 2018 angetrieben und zwei Orbiter – den Mercury Planetary Orbiter (MPO) der ESA und den Mercury Magnetospheric Orbiter der JAXA, bekannt als Mio – durch das innere Sonnensystem und neun Vorbeiflüge an Planeten befördert. Die Trennung, die für 14:00 Uhr MESZ geplant ist, wird live aus dem Hauptkontrollraum der ESA übertragen. Sobald das MTM abgeworfen ist, wird der verbleibende Sondenstapel seinen Anflug auf den Merkur mit dem chemischen Antriebssystem des MPO fortsetzen.esa+3
Die MTM-Trennung markiert nur den Beginn einer anspruchsvollen Ankunftskampagne. MPO und Mio bleiben miteinander verbunden, während sie am 21. November 2026 von der Schwerkraft des Merkur eingefangen werden und in eine stark elliptische polare Umlaufbahn einschwenken. Im Dezember wird Mio in seine eigene Umlaufbahn gebracht und der Sonnenschutz, der Mio während der Reise geschützt hat, wird abgeworfen. Der MPO wird sich dann bis März 2027 in seine wissenschaftliche Umlaufbahn absenken, wobei beide Sonden im April 2027 den vollen wissenschaftlichen Betrieb aufnehmen werden.esa+2
Die Ankunft erfolgt zu einer Zeit, in der neue Forschungsergebnisse unterstreichen, wie viel über den innersten Planeten des Sonnensystems noch unbekannt ist. Eine in der Fachzeitschrift Planetary Research veröffentlichte Studie von Christian Renggli vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ergab, dass die Oberfläche des Merkur bis zu 25 Prozent weniger Siliziumdioxid enthält als bisher geschätzt. Dies deutet darauf hin, dass der Planet durch einen stärkeren Vulkanismus aus tieferen Schichten seines Mantels geformt wurde als angenommen.universetoday
"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vulkanischen Gesteine auf dem Merkur aus tiefer geschmolzenem Mantelmaterial entstanden sind als bisher angenommen", sagte Renggli und fügte hinzu, dass die Studie "den Grundstein dafür legt, aus den Messungen von BepiColombo die genauestmöglichen Informationen über den Siliziumdioxidgehalt der Merkur-Oberfläche abzuleiten".universetoday
Die Reise von BepiColombo zum Merkur war alles andere als geradlinig. Die Raumsonde benötigte neun Gravitationsmanöver – eines an der Erde, zwei an der Venus und sechs am Merkur –, um so weit abzubremsen, dass sie von der schwachen Schwerkraft des kleinen Planeten so nah an der gewaltigen Anziehungskraft der Sonne eingefangen werden konnte. Eine Raumsonde benötigt tatsächlich mehr Energie, um den Merkur zu erreichen, als um den Pluto zu erreichen. Die Mission überwand auch einen Defekt an einem Triebwerk während der Reisephase, der die Missionskontrolleure dazu zwang, ihre Pläne anzupassen.gizmodo+2
Die ESA wird die Trennung am Donnerstag ab 13:45 Uhr MESZ live auf ihrem YouTube-Kanal übertragen.x+1