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arxiv+1sciencenews+1skyatnightmagazineZum ersten Mal haben Astronomen Radiowellen direkt von einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen. Diese Entdeckung eröffnet ein neues Fenster zu den magnetischen Umgebungen ferner Welten und der Suche nach bewohnbaren Exoplaneten.
Ein internationales Team unter der Leitung von Forschern des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und der University of Oregon nutzte das südafrikanische Radioteleskop MeerKAT, um schnelle, sich wiederholende und zirkular polarisierte Radiostrahlen von Beta Pictoris b einzufangen. Dabei handelt es sich um einen Gasriesen mit etwa der zehnfachen Masse des Jupiter, der etwa 63 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Das am 15. September bei arXiv eingereichte Papier berichtet von Messungen bei Frequenzen zwischen 0,85 und 3,5 GHz während vier Beobachtungszeiträumen in den Jahren 2025 und 2026.arxiv+2
Die Signale sind kein Beweis für außerirdische Intelligenz. Stattdessen identifizierten die Forscher die Emissionen als Elektronen-Zyklotron-Maser-Strahlung, denselben Mechanismus, der auch die aurorale Radiostrahlung auf Jupiter und anderen Planeten unseres Sonnensystems antreibt. "Wenn Leute 'Radiosignal von einem Exoplaneten' hören, denken sie an Außerirdische", sagt die Astronomin Yvette Cendes von der University of Oregon, eine Koautorin der Studie. "Aber tut mir leid, es sind keine Außerirdischen."sciencenews+1
Der entscheidende Durchbruch war die Rückverfolgung des Signals auf den Planeten selbst und nicht auf seinen Mutterstern. Frühere Versuche, radiometrische Emissionen von Exoplaneten nachzuweisen, konnten das Signal des Planeten nicht eindeutig vom stellaren Rauschen trennen. Da Beta Pictoris magnetisch ruhig ist, konnte das Team Beta Pictoris b als Quelle isolieren. "Wir können den Stern ausschließen und sagen, dass es von diesem einen bestimmten Planeten stammt", so Cendes.skyatnightmagazine+1
Da aurorale Radiostrahlung mit der Stärke des Magnetfelds zusammenhängt, ermöglichte der Nachweis dem Team die erste direkte Messung des Magnetfelds eines Exoplaneten. Sie schätzen, dass Beta Pictoris b ein Feld von mindestens 1.250 Gauß besitzt, was tausendmal stärker ist als das Erdmagnetfeld von etwa 0,5 Gauß.moneycontrol+2
Magnetfelder sind entscheidend für die Bewohnbarkeit eines Planeten. Das Erdmagnetfeld schützt die Atmosphäre vor dem Sonnenwind; zu verstehen, welche Exoplaneten über einen ähnlichen Schutz verfügen, könnte die Suche nach Welten, die Leben beherbergen könnten, eingrenzen.sciencenews+1
Die Studie wurde noch nicht von Fachkollegen begutachtet. Doch mit den Radioteleskopen der nächsten Generation am Horizont könnten die hier demonstrierten Techniken auf andere riesige Exoplaneten angewendet werden, was Astronomen ein neues Werkzeug zur Untersuchung ferner Planetenumgebungen an die Hand gibt. Beta Pictoris war bereits ein ergiebiges Ziel. Im Juli 2026 wurde ein dritter Planet im System, Beta Pictoris d, zum lichtschwächsten Exoplaneten, der jemals direkt von der Erde aus abgebildet wurde.watchers+2
"Es ist ein unglaublich, unglaublich starkes Magnetfeld, viel stärker als alles in unserem Sonnensystem", sagt Cendes.sciencenews