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reutersreutersreutersSechs Monate nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran hat sich die Energiekrise in Asien von der Sorge um die Rohölversorgung hin zu einem akuten Mangel an raffinierten Kraftstoffen verschoben. Asiens Importe von leichten und mittelschweren Destillaten fielen im August um 21 Prozent gegenüber dem Niveau vor dem Konflikt, was einem Verlust von etwa 1,49 Millionen Barrel pro Tag an Diesel, Kerosin und Benzin entspricht, so Schiffsverfolgungsdaten von Kpler, die von Reuters zitiert wurden.reuters
Die Debatte darüber, wie viel Rohöl tatsächlich durch die Straße von Hormuz transportiert wird, beherrscht die Schlagzeilen. US-Energieminister Chris Wright behauptete, die Mengen hätten letzte Woche an einem einzigen Tag bis zu 15 Millionen Barrel pro Tag betragen, während unabhängige Beobachter wie Kpler nur etwa 5 Millionen Barrel schätzen. Doch wie der Reuters-Kolumnist Clyde Russell am Montag argumentierte, geht diese Diskussion am Kern der Sache vorbei: Die Ströme raffinierter Produkte bleiben unabhängig von den Rohölmengen stark eingeschränkt.reuters
Selbst wenn sich Wrights Rohölzahlen als korrekt erweisen sollten, sind die Qualitäten, die asiatische Raffinerien erreichen, nicht unbedingt die mittelschweren Rohöle, die diese Anlagen zur Herstellung von Diesel und Kerosin benötigen. Der Transit durch Hormuz kam Mitte August nach weiteren Schiffsangriffen fast zum Erliegen, wie Reuters am 14. August berichtete. Der Iran hat restriktive Bedingungen für die Passage durch die Straße veröffentlicht, darunter Verbote für US-amerikanische und israelische Schiffe sowie Strafen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwerts für Verstöße.cnbc+2
Die Raffineriemargen für Gasöl in Singapur lagen am 21. August bei 71,29 Dollar pro Barrel, ein Rückgang gegenüber dem Rekordwert von 85,63 Dollar im März, aber immer noch 226 Prozent über dem Niveau vor dem Konflikt. Die Benzinmargen sind seit dem 27. Februar um 159 Prozent gestiegen.reuters+1
Der Mangel trifft die weniger wohlhabenden Nationen am härtesten. Indonesiens Kraftstoffimporte fielen im August auf 432.000 Barrel pro Tag von einem Durchschnitt von 533.000 Barrel vor dem Konflikt, während die Philippinen einen Rückgang der Ankünfte von 362.000 auf 257.000 Barrel pro Tag verzeichneten. Australien, der weltweit größte Dieselimporteur, hat die Versorgung weitgehend bei 863.000 Barrel pro Tag gehalten, jedoch zu Rekordkosten.energy.economictimes.indiatimes+1
Der Irak steht vor einem besonders schwerwiegenden Engpass. Bei einer Produktion von über 3 Millionen Barrel pro Tag, aber einer auf etwa 2,2 Millionen Barrel begrenzten Exportkapazität im Süden, hat das Land eine geschätzte Lücke von 800.000 Barrel pro Tag, die nicht über konventionelle Routen auf den Markt gebracht werden kann. Alternative Pipelines und LKW-Transporte konnten dies nicht ausgleichen, wobei die Exporte über die nördlichen Pipelines während der Krise 200.000 Barrel pro Tag nicht überschritten haben.financialexpress+1
Der Markt hat nun einen einfachen Test für die konkurrierenden Behauptungen über Rohölströme: Wenn Wright recht hat, dass große Mengen den Persischen Golf verlassen, sollten asiatische Importdaten dies innerhalb weniger Wochen widerspiegeln. Bis dahin deuten die Raffineriemargen darauf hin, dass der Kontinent weiterhin unter Kraftstoffmangel leidet, eine Realität, die durch keine Menge an Rohöl-Transitdaten verschleiert werden kann.reuters