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tradingeconomics+1finance.yahoo+1robinjbrooks.substackDie Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe stieg am Montag auf 3,21 %, den höchsten Stand seit Mai 2011, während die Rendite der 10-jährigen französischen Staatsanleihe auf 4,06 % kletterte, ein Niveau, das seit Juni 2009 nicht mehr erreicht wurde. Diese Bewegungen sind Teil eines breiteren globalen Ausverkaufs am Anleihemarkt, der sich in den letzten zwei Wochen verschärft hat, da Investoren angesichts ausufernder Haushaltsdefizite eine höhere Entschädigung für das Halten von Staatsanleihen fordern.tradingeconomics+1
Der Ausverkauf war in Ländern mit hoher Verschuldung und akuter politischer Dysfunktion am stärksten ausgeprägt. Robin Brooks, ehemaliger Chefökonom des Institute of International Finance, schrieb am Montag, dass die 10-Jahres-10-Jahres-Forward-Renditen (10-year-10-year forward bond yields): das, was die Märkte für die 10-jährige Rendite in einem Jahrzehnt einpreisen, "überall steigen", wobei Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien in den letzten zehn Tagen die steilsten Zuwächse verzeichneten.robinjbrooks.substack
Japan hat es am härtesten getroffen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe stieg in der vergangenen Woche auf bis zu 2,93 %, den höchsten Stand seit 1996. Dies verlängert eine Talfahrt japanischer Staatsanleihen, die die 30-jährigen Renditen zum ersten Mal überhaupt über 4 % getrieben hat. Brooks bezeichnete den japanischen Anleihemarkt als "schwer angeschlagen", wobei sich ein erheblicher Abwertungsdruck auf den Yen aufbaut.finance.yahoo+2
Der unmittelbare Auslöser war eine ausgeprägte Versteilung der US-Renditekurve ("Bear Steepening") seit der Sitzung der Federal Reserve am 29. Juli, die die langfristigen Renditen weltweit nach oben gezogen hat. Ein Anstieg der Ölpreise im Zusammenhang mit dem ungelösten Konflikt im Persischen Golf hat den Druck weiter erhöht, da die Energiekosten die Inflationserwartungen anheizen, die die Anleihemärkte seit Anfang 2026 belasten.spglobal+2
BlackRock stellte in seinem wöchentlichen Kommentar fest, dass steigende langfristige Anleiherenditen und steigende Gewinnprognosen keine widersprüchlichen Signale sind, sondern vielmehr einen breiteren "globalen Anleihe-Reset" widerspiegeln, der seit 2021 im Gange ist.blackrock
Brooks argumentierte, dass die Konzentration auf einzelne Katalysatoren das tiefere Problem verkennt. "Wenn man hoch verschuldet ist und untragbar große Haushaltsdefizite aufweist, ist man extrem anfällig für jeden beliebigen Schock, der auftritt", schrieb er. "Es geht nicht um den Schock, sondern vielmehr um das Chaos, das wir auf globaler Ebene in der Fiskalpolitik anrichten".robinjbrooks.substack
Die Schweiz und eine Handvoll Länder mit geringer Verschuldung bleiben die einzigen Ausnahmen, was laut Brooks die mittlerweile offensichtlichen "Vorteile einer verantwortungsvollen Fiskalpolitik" unterstreicht. Für die politischen Entscheidungsträger in Berlin, Paris und Tokio wird die Botschaft des Anleihemarktes immer schwerer zu ignorieren.