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cbsnews+1newscientistreuters+1Eine katastrophale Sturzflut hat am frühen Mittwochmorgen das Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet verwüstet. Mindestens 95 Menschen kamen ums Leben, fast 400 weitere werden vermisst, darunter Hunderte ausländische Touristen. Es handelt sich um eine der schwersten Bergkatastrophen in der jüngeren Geschichte des Himalaya.
Der Fluss Bhote Koshi trat gegen 8:30 Uhr Ortszeit im nördlichen nepalesischen Distrikt Rasuwa über die Ufer und zerstörte Dörfer, Straßen, Brücken und Wasserkraftanlagen in mehreren Distrikten nördlich von Kathmandu. Unter den 384 Vermissten befinden sich 291 ausländische Staatsangehörige, darunter mindestens drei US-Bürger, die mit der Agentur Fishtail Tours and Travel unterwegs waren, 142 Inder, 12 Briten, 17 Malaysier sowie acht Südkoreaner, die an einem Wasserkraftwerk arbeiteten.cbsnews+3
Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Gletscherabbruch und kein Erdbeben die Katastrophe auslöste. Dan Shugar von der Universität Calgary erklärte, Satellitenbilder zeigten, dass ein Gletscher auf rund 5.200 Metern Höhe „abgebrochen und über einen Kilometer senkrecht ins Tal gestürzt“ sei. Warmes Wetter in den Stunden zuvor hatte vermutlich Schnee und Eis geschmolzen, was das Gletscherbett rutschig machte und den Einsturz verursachte. Die Seismologin Kristen Cook von der Universität Grenoble bestätigte, dass die seismischen Daten eher auf einen massiven Hangabgang als auf ein tektonisches Erdbeben hindeuten.newscientist
Nepals nationale Behörde für Katastrophenschutz erklärte, eine Satellitenanalyse von Planet Labs deute darauf hin, dass „im Lhende-Fluss aufgrund eines Schnee- und Felsabgangs eine Flut unter Beteiligung von Gletschereis aufgetreten“ sei, und zwar nahe dem Grenzübergang Rasuwagadhi. Die Flut schwemmte bis in den tibetischen Kreis Gyirong und überschwemmte einen wichtigen Grenzposten, was laut chinesischen Staatsmedien zu „schweren Verlusten an Menschenleben“ führte.foxweather+1
Die Rettungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig. Hubschrauber konnten in den am schwersten betroffenen Gebieten Syapru Besi und Timure wegen der Wassermassen und Trümmer nicht landen. Die nepalesische Armee berichtete, dass bislang 88 Menschen gerettet wurden, während 115 im Dorf Mailung festsitzen. Polizeisprecher Abi Narayan Kafle bestätigte, dass auch fast 30 Polizisten unter den Vermissten sind.reuters+2
Die Behörden warnten, dass eine zweite Flutwelle droht, da der Fluss Lhende Khola flussaufwärts weiterhin blockiert ist. In den indischen Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh entlang der nepalesischen Grenze wurden Hochwasserwarnungen herausgegeben.reuters
Die US-Botschaft in Kathmandu erklärte, sie arbeite daran, „Informationen über möglicherweise betroffene US-Bürger einzuholen“. Indiens Premierminister Narendra Modi teilte mit, er stehe mit Nepals Premierminister Balen Shah in Kontakt und betonte, dass „die Menschen in Indien solidarisch an der Seite unserer Schwestern und Brüder in Nepal stehen“. China entsandte mindestens 574 Rettungskräfte an den betroffenen Grenzübergang, während Südkorea die Entsendung eines Soforthilfeteams ankündigte.abcnews+2
Laut dem nepalesischen Tourismusverband handelte es sich bei den meisten vermissten Ausländern vermutlich um Pilger aus Indien und der indischen Diaspora, die auf dem Weg zum Berg Kailash in Tibet waren. Dieselbe Region war bereits im August 2025 von einer tödlichen Flut betroffen, als ein Gletschersee in Tibet überlief und neun Menschen tötete. Klimaforscher warnen, dass die Gefahren durch Gletscher zunehmen, da sich die Himalaya-Region schneller erwärmt als der globale Durchschnitt.npr+1