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moneycontrol+1reuters+1english.elpaisDie Kluft zwischen den Kreditkosten der USA und Chinas hat den höchsten Stand aller Zeiten erreicht und unterstreicht die starke Divergenz zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, von denen die eine unter Inflationsängsten leidet, während die andere mit Deflationsdruck kämpft.
Der Spread zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und chinesischen Staatsanleihen erreichte am Mittwoch laut Bloomberg-Daten, die bis ins Jahr 2002 zurückreichen, 317 Basispunkte. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg auf 4,85 Prozent, den höchsten Stand seit 2023, während ihr chinesisches Pendant stabil bei 1,68 Prozent blieb.moneycontrol+2
Die Rekordkluft spiegelt gegensätzliche geldpolitische Entwicklungen wider. In den USA hat die hartnäckige Inflation, die teilweise durch hohe Ölpreise im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten angeheizt wird, die Federal Reserve in der Warteschleife gehalten und Erwartungen geschürt, dass die Zinsen weiter steigen könnten. Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen bewegt sich nahe einem Zweijahrzehnthoch, da Anleger aufgrund von Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Nachhaltigkeit eine wachsende Prämie für das Halten langfristiger US-Schulden verlangen.scmp+2
China steht vor dem gegenteiligen Problem. Die schwache Binnennachfrage und der Deflationsdruck haben die People's Bank of China zu einer Lockerung der Geldpolitik bewegt, wodurch die Renditen von Staatsanleihen nahe historischer Tiefststände gehalten werden. Ein großer Pool an inländischen Ersparnissen, Kapitalkontrollen zur Begrenzung von Abflüssen und ein Mangel an sicheren Anlagealternativen haben chinesische Anleihen von der globalen Talfahrt bei festverzinslichen Wertpapieren isoliert.reuters+1
Die wachsende Renditedifferenz schürt neue Sorgen über Kapitalabflüsse aus China und Druck auf den Yuan. Norbert Ling, Leiter des Fixed-Income-Portfoliomanagements für den asiatisch-pazifischen Raum bei Invesco, argumentiert, dass chinesische Staatsanleihen zwar immer noch positive Realrenditen und defensive Eigenschaften bieten, die schiere Größe der Kluft zu den US-Zinsen jedoch Anreize schafft, Kapital in auf Dollar lautende Vermögenswerte umzuschichten.cnbc+2
Die Divergenz hat auch Auswirkungen auf den US-Anleihemarkt. China, einst der größte ausländische Gläubiger der USA, hat seine Bestände stetig auf 633 Milliarden Dollar reduziert, ein Rückgang von fast 100 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Judith Arnal, leitende Forscherin am Elcano Royal Institute, erklärte gegenüber El País, dass der Abbau durch Peking sowohl geopolitische als auch finanzielle Gründe habe, da China versuche, seine Abhängigkeit von politischen Entscheidungen der USA zu verringern.english.elpais
Die Rekordspanne verstärkt die allgemeineren Sorgen über die globale Schuldendynamik. Die US-Staatsverschuldung hat die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten, und höhere Renditen lassen die Zinslast der Regierung anschwellen. Gleichzeitig stehen ausländische Gläubiger, darunter Japan als größter Halter mit 1,11 Billionen Dollar, vor eigenen inländischen Herausforderungen, da die japanischen Renditen 30-Jahres-Höchststände erreicht haben. Nadia Gharbi, Ökonomin bei Pictet Wealth Management, sagte gegenüber El País, dass zwar eine höhere Risikoprämie für US-Schulden zu erwarten sei, der Status des Dollars als Weltreservewährung und die Tiefe der US-Kapitalmärkte dem Land jedoch einen außergewöhnlichen fiskalischen Spielraum ließen.english.elpais
Ob dieser Spielraum ausreicht, während sich die Renditekluft weiter vergrößert, ist die Frage, die die Anleihemärkte auf beiden Seiten des Pazifiks derzeit beschäftigt.