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newscientist+1vice+1scribdForscher haben künstliche Intelligenz eingesetzt, um das Geheimnis zu lüften, wie die Römer vor etwa 1.600 Jahren ihre Brettspiele spielten. Dabei nutzten sie archäologische Beweise und Tausende von simulierten Partien, um spielbare Regeln für Spiele zu rekonstruieren, deren Anleitungen im Laufe der Geschichte verloren gegangen waren.
Ein Team unter der Leitung von Walter Crist von der Universität Leiden in den Niederlanden und Cameron Browne von der Universität Maastricht setzte ein KI-Spielsystem namens Ludii ein, um antike Spielbretter zu analysieren und plausible Regelwerke zu erstellen. Das System ließ zwei KI-Spieler gegeneinander antreten und simulierte Tausende von Spielen mit unterschiedlichen anfänglichen Figurenanzahlen und 130 Regelmodifikationen, die aus verschiedenen antiken europäischen Brettspielen stammten.newscientist+1
Die Methodik beinhaltet die Zerlegung von Spielen in grundlegende Einheiten, sogenannte "Ludeme" – Spielelemente wie die Anzahl der Spieler, Bewegungen der Figuren und Siegbedingungen. Sobald ein Spiel auf diese Weise kodifiziert ist, füllen die Forscher die fehlenden Regeln mit relevanten historischen Daten und KI-Simulationen aus.vice+1
"Eine Schlüsselmethode ist die KI-gestützte Regelgenerierung, bei der Algorithmen verschiedene plausible Regelwerke basierend auf der Struktur des Spiels simulieren", sagte Éric Piette von der Katholischen Universität Löwen in Belgien.scribd
Der Ansatz wurde auf Ludus Latrunculorum angewendet, ein römisches Strategiespiel, das in historischen Aufzeichnungen nur teilweise beschrieben wird. Antike Texte enthüllen, dass es auf einem gitterartigen Brett mit orthogonaler Bewegung und "custodial capture" – bei dem eine Figur durch Umzingelung auf gegenüberliegenden Seiten geschlagen wird – gespielt wurde, aber vollständige Regeln wurden nie aufgezeichnet.matthewstephenson+1
Als Simulationen auf Brettern verschiedener Größen durchgeführt wurden, die an römischen archäologischen Stätten gefunden wurden, entdeckten die Forscher, dass "die Spielsitzungen mit zunehmender Brettgröße quälend lang wurden", so Browne. Dies führte sie zu dem Schluss, dass kleinere Bretter am besten zu den historischen Beschreibungen passten, während größere Bretter, die am Rande des Römischen Reiches gefunden wurden, "wahrscheinlich andere Spiele sind, die wir nicht kennen", sagte Crist.youtube+1
Die Forschung deutet darauf hin, dass Europäer Jahrhunderte früher Blockadespiele spielten als bisher angenommen. Mehr als 200 Informatiker, Archäologen und Historiker haben sich nun einem neuen europäischen Netzwerk namens GameTable angeschlossen, um ausgefeiltere KI-Tools zur Untersuchung historischer Spiele zu entwickeln.gizmodo+2
"Diese Spiele fungieren als Fenster in die Vergangenheit und bieten Einblicke in die sozialen und kulturellen Dynamiken der Menschen, die sie spielten", sagte Piette, der das GameTable-Netzwerk leitet.scribd
Die rekonstruierten Spiele sind online über Plattformen wie das Ludii-Portal spielbar, sodass jeder erleben kann, was die alten Römer in ihrer Freizeit genossen haben könnten.ludii+1