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bloomberg.kfgo.reuters.Händler haben am Freitag ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank zurückgefahren. Die Kreditkosten für Regierungen im Euroraum sind gestiegen, und Investoren glauben nun, dass die Entscheidungsträger vorsichtiger agieren müssen, um die hoch verschuldeten Mitglieder des Blocks zu schützen. Dieser Umschwung kam am selben Tag, an dem Daten zeigten, dass die Inflation im Euroraum im September schneller als erwartet gestiegen ist.bloomberg+1
Laut Bloomberg preisen die Geldmärkte nun zwei bis drei EZB-Zinserhöhungen bis Ende nächsten Jahres ein. Anfang der Woche waren noch vier vollständig eingepreist. Der Anstieg der Renditeabstände bei Staatsanleihen verlangsamte sich am Freitag ebenfalls.bloomberg
Die Inflation in den 21 Ländern, die den Euro verwenden, stieg im September auf 3,8 Prozent von 3,2 Prozent im August, wie aus von Reuters gemeldeten Eurostat-Daten hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten 3,6 Prozent erwartet. Kraftstoff und Erdgas waren für den Großteil des Anstiegs verantwortlich, während Lebensmittel eine geringere Rolle spielten. Die Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg leicht auf 2,5 Prozent von 2,4 Prozent, da die Dienstleistungspreise anzogen.kfgo
Die EZB hat die Zinsen seit Juni zweimal angehoben. Sie versucht, die Inflation einzudämmen, die durch den Krieg im Iran angeheizt wird, welcher die Öl- und Gaslieferungen in den Euroraum, der auf Energieimporte angewiesen ist, reduziert hat. Der Einlagensatz liegt nun bei 2,5 Prozent. Reuters berichtete, dass Investoren kaum Chancen auf einen Schritt in diesem Monat sehen und die nächste Erhöhung erst für Januar vollständig einpreisen.reuters+1
Falkenhafte Entscheidungsträger argumentieren, dass die Energiekosten lange genug hoch geblieben sind, um auch andere Preise nach oben zu treiben. Andere sagen, dass der schwache Arbeitsmarkt und die höheren langfristigen Kreditkosten die Inflation niedrig halten werden.kfgo
Am Donnerstag weitete sich die zusätzliche Rendite, die Investoren für das Halten französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen verlangen, auf 132,86 Basispunkte aus. Das ist die größte Lücke seit der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2012. Französische Renditen erreichten den höchsten Stand seit 2002. Sorgen um die öffentlichen Finanzen, die Möglichkeit eines Wahlsiegs der extremen Rechten und erneute Inflationsängste belasteten die Anleihen.reuters
"Höheres Inflationsrisiko, höhere Laufzeitprämien, politische und fiskalische Unsicherheit verstärken sich jetzt gegenseitig", sagte Reinout De Bock, Makrostratege bei UBS.reuters
Bundesbankpräsident Joachim Nagel, der im EZB-Rat sitzt, wurde am Donnerstag gefragt, ob die Bank ihr Instrument zur Absicherung der Transmission (TPI) nutzen könnte. Das Instrument erlaubt es der EZB, Anleihen von Ländern unter Marktdruck zu kaufen. Nagel sagte, die Instrumente der EZB seien dazu gedacht, die Preisstabilität zu schützen, nicht um auf bestimmte Spreads abzuzielen. "Es hat nichts mit vielleicht bestimmten Spread-Niveaus oder ähnlichem zu tun", sagte er. "Es geht um Preisstabilität".reuters
Reuters berichtete, dass eher die Finanzstabilität als die Inflation über den nächsten Schritt der EZB entscheiden könnte. Ökonomen sagen, die Bank könnte es vorziehen, vorerst an der Seitenlinie zu bleiben, um die Marktunruhe nicht zu verstärken.kfgo