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aol+1bloombergaol+1Ein sich rasch verstärkender El Niño, der auf dem Weg ist, der stärkste seit 76 Jahren zu werden, sorgt an den globalen Märkten für Alarmstimmung. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt, dass Kriege, Extremwetter und steigende Produktionskosten zusammenkommen und die Voraussetzungen für einen erneuten Anstieg der Lebensmittelpreise bis zum Jahresende schaffen.
FAO-Chefökonom Máximo Torero erklärte gegenüber Reuters, dass die Kombination aus den Konflikten im Iran und in der Ukraine, einem stärker werdenden El Niño, höheren Ölpreisen und einer Verknappung landwirtschaftlicher Betriebsmittel die Lebensmittelpreise in den kommenden Monaten wahrscheinlich in die Höhe treiben wird. „Ich erwarte, dass die Rohstoffpreise jetzt wieder stärker steigen werden … und die Lebensmittelpreise werden bis Ende des Jahres anziehen, und nächstes Jahr werden sie ganz sicher noch weiter steigen“, so Torero.aol
Die Verzögerung bei der Weitergabe von den Rohstoffmärkten an die Verbraucherpreise beträgt in der Regel drei bis sechs Monate. Das bedeutet, dass sich die bereits laufenden Störungen erst Anfang 2027 vollständig auf den Kassenzetteln im Supermarkt bemerkbar machen könnten. Höhere Rohölpreise treiben die Kosten für Pumpen, Verpackung und Transport in die Höhe, während steigende Erdgaspreise die Düngemittelproduktion direkt belasten. Australien prognostiziert einen Rückgang der Winterernte um 21 Prozent, und einige US-Landwirte haben ihre Anbauflächen von Mais und Weizen auf Sojabohnen umgestellt, da diese weniger Dünger benötigen.agrolatam+1
Bloomberg Economics schätzt, dass Dürreperioden infolge eines typischen El Niño die Verbraucherpreise in Indonesien und auf den Philippinen um fast zwei Prozentpunkte in die Höhe treiben könnten. Geringere, aber dennoch spürbare Auswirkungen werden auch in Mexiko, Malaysia, Thailand und Indien erwartet. Das Phänomen, das einige Wissenschaftler als „Super-El-Niño“ bezeichnen, hat sich im Juni gebildet und bringt bereits die Wettermuster durcheinander. Indiens kumulierte Monsunregenfälle lagen bis Anfang August 12 Prozent unter dem Normalwert, was die Risiken für regenabhängige Kulturen und die Wasserkraft erhöht.bloomberg
Perus Sardellenfischerei, die rund 20 Prozent des weltweiten Fischmehls liefert, bleibt wegen der Erwärmung der Meere geschlossen. Die Zentralbank signalisiert, dass diese Ausfälle im nächsten Jahr bis zu 0,9 Prozentpunkte des BIP kosten könnten. In den Philippinen und in Indonesien, wo Lebensmittel 35 bis 40 Prozent der Haushaltsausgaben ausmachen, kämpfen die Regierungen bereits damit, die durch den Iran-Konflikt angeheizte Inflation einzudämmen.bloomberg
Die wirtschaftlichen Folgewirkungen reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. Die Benchmark-Sätze für die Containerschifffahrt erreichten kürzlich ein Zweijahreshoch, da eine durch El Niño verursachte Dürre den Transit durch den Panamakanal bedroht, während Konflikte wichtige Wasserstraßen im Nahen Osten blockieren. Kolumbien, das rund zwei Drittel seines Stroms aus Wasserkraft bezieht, drohen leere Stauseen, was eine stärkere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erzwingen könnte.bloomberg
Wissenschaftler prognostizieren, dass das Phänomen gegen Ende 2026 seine maximale Intensität erreichen und sich bis in das Frühjahr der Nordhalbkugel hineinziehen wird, wobei die Ozeantemperaturen voraussichtlich um bis zu 2,6 °C über dem Normalwert liegen werden. Die weltweiten Gesamtschäden dürften sich bis 2030 auf über 4 Billionen Dollar belaufen, so Wenju Cai, Professor an der Universität Xiamen. „Die größere Sorge ist, wenn sich die Schocks überschneiden“, sagte Nicolas Jaquier, Portfoliomanager für Schwellenländer. „Wenn höhere Energiepreise mit Düngemittelengpässen und einer wetterbedingten Lebensmittelinflation zusammenfallen, wird die Wirkung breiter und anhaltender als bei jedem einzelnen Schock für sich genommen“.insurancebiz+1