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ecb.europaecb.europaecb.europaDie Europäische Zentralbank (EZB) bringt erstmals Zentralbankgeld als operativen Dienst auf Plattformen für Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Direktoriumsmitglied Piero Cipollone bestätigte am Mittwoch, dass das Abwicklungssystem Pontes noch in diesem Jahr in Betrieb gehen wird.ecb.europa+1
Auf dem Zahlungssymposium der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am 26. August legte Cipollone einen Zeitplan vor, der das Tokenisierungsprogramm des Eurosystems von experimentellen Versuchen in die Produktionsphase überführt. Pontes wird DLT-Marktplattformen mit den TARGET-Diensten des Eurosystems verbinden und die Abwicklung der Geldseite tokenisierter Transaktionen in Zentralbankgeld mit Finalität nach dem Prinzip der Lieferung gegen Zahlung ermöglichen.securities+1
Um die Akzeptanz zu beschleunigen, wird die EZB laut einem am 19. August veröffentlichten Preisleitfaden für Pontes lediglich eine einmalige Anbindungsgebühr erheben, ohne laufende Transaktionsgebühren. Die Betriebszeiten werden später auf 22,5 Stunden pro Geschäftstag mit sofortiger Abwicklungsfinalität auf der eigenen DLT des Eurosystems ausgeweitet. Bis Mitte 2028 strebt die EZB einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb, Multiwährungsfähigkeit und eine höhere Programmierbarkeit an.cryptobriefing+2
Neben Pontes arbeitet das Begleitprojekt Appia der EZB an einem Entwurf für ein integriertes europäisches tokenisiertes Finanzökosystem, das ebenfalls 2028 fertiggestellt werden soll. Die beiden Initiativen sind komplementär konzipiert: Pontes stellt die Abwicklungsinfrastruktur bereit, während Appia sich mit Architektur, Standards und Governance befasst.ecb.europa+1
Der Kern von Pontes ist die Risikominimierung. Die meisten tokenisierten Transaktionen in Europa werden derzeit gegen Geschäftsbankengeld oder Stablecoins abgewickelt, die beide ein Emittentenkreditrisiko bergen. Zentralbankgeld eliminiert diese Ebene. Im März 2026 begann das Eurosystem bereits damit, marktfähige Vermögenswerte, die über DLT-basierte Dienste bei europäischen Zentralverwahrern (CSDs) ausgegeben wurden, als zulässige Sicherheiten zu akzeptieren, was bedeutet, dass tokenisierte Anleihen nun zur Liquiditätsbeschaffung bei der Zentralbank hinterlegt werden können.securities+1
Cipollone untermauerte die Dringlichkeit mit Marktdaten: Tokenisierte traditionelle Vermögenswerte auf öffentlichen Blockchains wuchsen zwischen März 2025 und März 2026 etwa um das Fünffache, von 4,7 Milliarden Euro auf 23,3 Milliarden Euro. In den Vereinigten Staaten verarbeitete die Distributed-Ledger-Repo-Plattform von Broadridge im März 2026 durchschnittlich 354 Milliarden Dollar an tokenisierten Repo-Transaktionen pro Tag.ecb.europa+1
Europas Kapitalmärkte bleiben tief gespalten, mit 31 Zentralverwahrern, 14 zentralen Gegenparteien und 323 Handelsplätzen. Im Jahr 2023 wurden mehr als 95 % der Wertpapiertransaktionen zwischen Parteien innerhalb desselben CSD abgewickelt. Cipollone argumentierte, dass die Tokenisierung Europa die Chance bietet, diese historischen Spaltungen zu überwinden, jedoch nur, wenn gemeinsame Standards, rechtliche Harmonisierung und eine koordinierte öffentlich-private Zusammenarbeit verhindern, dass die Blockchain-basierte Finanzwelt in inkompatible Plattformen zersplittert.ecb.europa+1
"Wenn wir zu lange mit dem Handeln warten, könnte sich die Fragmentierung verfestigen", sagte Cipollone. "Wenn wir jetzt handeln, können wir den technologischen Wandel nutzen, um etwas aufzubauen, das Europa seit Jahrzehnten anstrebt: einen tieferen, innovativeren und wettbewerbsfähigeren Kapitalmarkt."ecb.europa