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reuters+1ukragroconsultintellinews+1Die sich verschärfende Kraftstoffkrise in Europa hat sich nun von Diesel auf Flugbenzin ausgeweitet. Analysten warnen vor einem Versorgungsengpass, der im vierten Quartal 510 000 Barrel pro Tag erreichen könnte, während andere Regionen über Überschüsse verfügen. Der Druck entsteht durch explodierende Energie-Großhandelspreise, Rekordpreise an den Zapfsäulen und Warnungen der Europäischen Zentralbank, dass die Gaspreissteigerungen die Verbraucher schneller als je zuvor erreichen.
Das Energieberatungsunternehmen Energy Aspects prognostiziert für die letzten drei Monate des Jahres 2026 ein europäisches Defizit bei Flugbenzin von rund 510 000 Barrel pro Tag, berichtete Reuters am Montag. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Vereinigten Staaten einen moderaten Überschuss von 18 000 Barrel pro Tag, während die Region Asien-Pazifik über einen deutlich größeren Überschuss von 419 000 Barrel pro Tag verfügt. Die Lagerbestände an Flugbenzin am Knotenpunkt Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen fielen in der Woche zum 10. September auf 454 000 Tonnen, den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. Südkorea hat sich zum größten Lieferanten für Europa entwickelt, mit Importen von etwa 129 000 Barrel pro Tag, dem höchsten Wert seit Oktober 2022.oilprice+3
Die Krise ist zu einem großen Teil auf Störungen in Saudi-Arabien zurückzuführen. Saudi Aramco teilte mindestens zwei europäischen Raffineriekunden mit, dass sie im Oktober kein Rohöl erhalten würden, nachdem Drohnenangriffe der Huthi-Rebellen die Ost-West-Pipeline des Königreichs beschädigt hatten, die gebaut wurde, um die Straße von Hormus zu umgehen, berichtete Reuters am 18. September. Reparaturen werden voraussichtlich fünf bis sechs Wochen dauern. Die Stornierungen haben Käufer wie das polnische Unternehmen Orlen gezwungen, nach Alternativen zu suchen.intellinews+2
Der deutsche Strompreis für die Lieferung im Januar hat an der European Energy Exchange die Marke von 180 Euro pro Megawattstunde überschritten, was mehr als 60 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt und das stärkste Preissignal für den Winter seit der Krise 2022 darstellt. Die Gasspeicher der EU waren am 18. September nur zu 69,31 Prozent gefüllt und lagen damit weit unter dem Zielwert von 90 Prozent für den 1. November. Die Benzinpreise in der EU sind seit Jahresbeginn um rund 29 Prozent gestiegen, während Diesel um etwa 40 Prozent zugelegt hat.oilprice+1
Die EZB erklärte am Montag, dass sich Änderungen der Gas-Großhandelspreise in mehr als der Hälfte der Euro-Länder nun innerhalb von ein bis drei Monaten auf die Gasinflation der Verbraucher auswirken. Dies ist eine deutliche Beschleunigung gegenüber früheren Zyklen, die durch die Marktliberalisierung und kürzere Festpreisverträge vorangetrieben wurde. Die EZB-Mitarbeiter prognostizieren eine Gesamtinflation von 3,0 Prozent im Jahr 2026, gegenüber 2,1 Prozent im Jahr 2025, was hauptsächlich auf höhere Energiepreise zurückzuführen ist.ecb.europa+2
Etwa 11 Prozent der französischen Tankstellen waren am 19. September ohne Benzin oder Diesel, woraufhin Präsident Emmanuel Macron ein Notfalltreffen zu den Engpässen einberief. Bulgarien stellte am 18. September ein Kraftstoffhilfspaket im Wert von mehr als 300 Millionen Euro vor, und Polen hat eine Übergewinnsteuer für Kraftstoffunternehmen wieder eingeführt. Brüssel hat signalisiert, dass es ein außerordentliches Ministertreffen einberufen könnte, falls sich die Krise weiter verschärft.euractiv+1
Es gibt nicht viel, was die Strommärkte schützen kann, sagte Florence Schmit, leitende Energiestrategin bei der Rabobank. Die erneuerbaren Energien sind zwar gewachsen, waren aber nicht stark genug, um diese enorme Abhängigkeit von Gas auszugleichen.intellinews