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bloombergqcintelbloomberg+1Chinas Benzin- und Dieselbestände schrumpfen rasant. Dies schürt die Sorge, dass Peking die Kraftstoffexporte erneut einschränken könnte, nur wenige Monate nach der Aufhebung kriegsähnlicher Kontrollen, die die Lieferungen Anfang des Jahres eingefroren hatten.
Die Benzinvorräte der staatlichen chinesischen Kraftstoffanbieter fielen in der vergangenen Woche um 2,9 % auf den niedrigsten Stand seit 2022. Die Dieselbestände gingen um 2,4 % auf ein 15-Monats-Tief zurück. Dies geht aus Daten des chinesischen Rohstoffmarktforschungsunternehmens JLC International hervor, über die Bloomberg berichtete.bloomberg+1
„Da sich der Inlandsmarkt verengt, sehen wir ein steigendes Risiko, dass Peking die monatlichen Exporte von raffinierten Produkten im vierten Quartal auf rund 1,2 Millionen Tonnen begrenzen könnte“, erklärte Jianan Sun, Analyst bei Energy Aspects in London, gegenüber Bloomberg. Dies wäre ein drastischer Einschnitt im Vergleich zu den jüngsten Werten: Laut Reuters wurde für September allein erwartet, dass chinesische Raffinerien mehr als 4 Millionen Tonnen Benzin, Diesel und Kerosin exportieren.reuters+1
Zudem hat Peking die Raffinerien angewiesen, die Ausbeute an Petrochemikalien zu drosseln und stattdessen die Produktion von Transportkraftstoffen zu priorisieren, da sich die Rohölversorgung verknappt, so Quantum Commodity Intelligence.qcintel
China wendete dieselbe Strategie bereits Anfang des Jahres an, als der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die globalen Energieströme störte. Anfang März wies Peking die Energieunternehmen an, neue Verträge für Kraftstoffexporte auszusetzen und bereits vereinbarte Lieferungen ins Ausland zu stornieren. Dies betraf alle Benzin-, Diesel- und Kerosinladungen, die bis zum 11. März noch nicht vom Zoll abgefertigt worden waren. Die Beschränkungen ließen die inländischen Bestände stark ansteigen, bevor die Behörden im April begannen, die Kontrollen zu lockern. Bis Juli erholten sich die gemeinsamen Exporte von Benzin, Diesel und Kerosin auf rund 3 Millionen Tonnen pro Monat. Die Lieferungen von raffinierten Produkten stiegen im Juli laut chinesischen Zolldaten, die Bloomberg zitierte, weiter auf 2,55 Millionen Tonnen.oilprice+4
Die drohenden Beschränkungen fallen in eine Zeit, in der der globale Kraftstoffmarkt ohnehin unter zunehmendem Druck steht. Der Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur vom September prognostizierte für das Jahr 2026 ein weltweites Ölangebot von 100,7 Millionen Barrel pro Tag, was einem Rückgang von 5,7 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Eine vollständige Erholung der Produktion im Nahen Osten wird erst für 2027 erwartet. Unabhängige chinesische Raffinerien haben aufgrund einer US-Blockade bereits den Zugang zu ihrem bevorzugten iranischen Rohöl verloren, was die Aufschläge für alternative Lieferungen aus Afrika und Lateinamerika in die Höhe treibt.iea+1
Sollte Peking die Exporte erneut begrenzen, hätte dies spürbare Auswirkungen auf ganz Asien, wo Abnehmer zunehmend auf chinesische Kraftstofflieferungen angewiesen sind, um Versorgungsengpässe aus dem Nahen Osten auszugleichen. Wie OilPrice.com anmerkte, leidet der globale Dieselmarkt derzeit unter einer Knappheit, „die sich nicht einfach durch eine Diversifizierung der Lieferanten beheben lässt, da es schlicht keine alternativen Anbieter gibt, während die Nachfrage saisonal bedingt ansteigt“.oilprice