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TRADING ECONOMICS+1TRADING ECONOMICS+1Reuters+1Der Ausverkauf am Anleihemarkt hat sich am Donnerstag verschärft, da Brent-Rohöl zum ersten Mal seit Ende Mai kurzzeitig die Marke von 100 Dollar pro Barrel durchbrach. Dies trieb die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben und verstärkte die Sorgen, dass eine durch Energie angetriebene Inflation die Federal Reserve zu Zinserhöhungen zwingen wird.
Brent-Rohöl kletterte im Laufe des Donnerstags um mehr als 6 Prozent und berührte die Marke von 100,28 Dollar je Barrel, bevor es laut Marktdaten wieder unter diese Schwelle zurückfiel. Angetrieben wurde die Rallye von einer Häufung von Angebotsrisiken: Houthi-Milizen reklamierten Angriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer für sich, während anhaltende Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus und erneute US-Militäraktionen gegen Iran die Befürchtungen vor langanhaltenden Störungen der globalen Energieströme verstärkten.TRADING ECONOMICS+2
Die Brent-Notierungen sind allein in dieser Woche um mehr als 13 Prozent gestiegen. Analysten führen diese Bewegung eher auf geopolitische Risikoprämien als auf eine verbesserte Nachfrage zurück. Naeem Aslam, Chefanlagestratege bei Zaye Capital Markets, erklärte, der Anstieg werde "hauptsächlich durch eine größere geopolitische Angebotsprämie und nicht durch eine plötzliche Verbesserung des globalen Kraftstoffverbrauchs angetrieben".rigzone.com
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen, die am Dienstag bei 4,66 Prozent lag und damit bereits den höchsten Stand seit Mai markiert hatte, setzte ihren Anstieg am Donnerstag fort, da Investoren eine höhere Kompensation für das Inflationsrisiko forderten. Die Rendite 30-jähriger Papiere kletterte auf 5,18 Prozent, was einem Anstieg von 0,34 Prozentpunkten im letzten Monat entspricht und den höchsten Wert seit dem Einbruch des Anleihemarkts im Mai darstellt.TRADING ECONOMICS+2
Der Ausverkauf spiegelt einen Markt wider, der zunehmend davon überzeugt ist, dass der nächste Schritt der Fed eine Zinserhöhung statt einer Zinssenkung sein wird. Reuters berichtete im Juni, dass Händler eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent für eine Zinserhöhung auf der September-Sitzung der Fed einpreisen. Auf Polymarket beziffern Wetten derzeit die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026 auf 66 Prozent.Reuters+1
Die Federal Reserve hatte ihren Leitzins im März bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen und eine Zinssenkung für dieses Jahr signalisiert. Dieser Ausblick ist jedoch hinfällig geworden, da die Ölpreise in den vergangenen zwölf Monaten um rund 36 Prozent gestiegen sind. Das von der Notenbank bevorzugte Inflationsmaß erreichte im Juni laut Reuters ein Dreijahreshoch, und der Öl Schock droht die Preise weiter nach oben zu treiben.TRADING ECONOMICS+1
Strategen von Morgan Stanley warnten, dass "die durch Energie angetriebene Inflation und die politische Unsicherheit weiterhin auf langfristigen Staatsanleihen lasten". Die Botschaft des Anleihemarkts ist eindeutig: Da Washington und Teheran kurzfristige Friedensgespräche ausschließen, sehen Investoren keinen Katalysator für Entlastung.Yahoo