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bairdmaritime+1bairdmaritime+1bairdmaritime+1Brent-Rohöl ist auf ein Sechs-Wochen-Hoch von knapp 97 Dollar pro Barrel gestiegen, bleibt jedoch unter der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Schwelle, obwohl der US-Iran-Konflikt die Ölverschiffungen aus dem Nahen Osten fast halbiert und die Ströme durch die Straße von Hormus gestört hat. Die Lücke zwischen den Benchmark-Preisen und den physischen Marktbedingungen, wo Ladungen bereits über 100 Dollar gehandelt werden, spiegelt einen Markt wider, der einen schweren Angebotsschock durch alternative Routen, schwächere Nachfrage und Produktionszuwächse außerhalb der OPEC auffängt.
Die Rohölverschiffungen der Produzenten aus dem Nahen Osten sind laut Argus von 18 Millionen bpd vor Beginn des Iran-Krieges vor sieben Monaten auf etwa 11 Millionen bpd gefallen. Die Ströme durch Hormus sanken nach Wiederaufnahme der Kämpfe am 30. August auf unter zwei Millionen bpd, und laut Kpler-Daten wurde seit dem 2. September kein Supertanker mehr beim Verlassen der Straße gesichtet. Dennoch liegt der gleitende Tagesdurchschnitt bei etwa vier bis fünf Millionen Barrel, was laut Claudio Galimberti, Chefökonom bei Rystad Energy, einem fairen Brent-Preis von etwa 95 Dollar entspricht.bairdmaritime+3
Die Golfstaaten haben sich durch die Umleitung ihrer Exporte angepasst. Saudi Aramco nahm im August die Verladungen aus seinem Hafen Ras Tanura wieder auf, während sich die Verschiffungen vom ägyptischen Terminal Sidi Kerir von Juni bis August auf 2,139 Millionen bpd mehr als verdoppelten. Die irakischen Exporte erholten sich auf etwa 2,34 Millionen bpd, und die Verschiffungen der VAE blieben bei etwa 2,9 Millionen bpd. Produzenten außerhalb der OPEC, darunter die USA, Kanada und Guyana, werden laut Jarand Rystad, Gründer von Rystad Energy, in diesem Jahr insgesamt 1,4 Millionen bpd hinzufügen.business-standard+3
Auf der Nachfrageseite hat China, der weltweit größte Rohölimporteur, seine Käufe auf dem Seeweg im Juli und August auf etwa sieben Millionen bpd von über 11 Millionen bpd im Februar gedrosselt, wobei Reserven von geschätzten 1,7 Milliarden Barrel für zusätzliche Marktentlastung sorgen.news.abplive+1
Während die Benchmarks unter 100 Dollar bleiben, zeichnen die physischen Rohölmärkte ein anderes Bild. Oman-Futures notierten bei 104,54 Dollar pro Barrel und Cash-Dubai bei 105,10 Dollar, mit Spot-Aufschlägen von 19 bis 20 Dollar gegenüber Dubai-Notierungen für Ladungen mit Verladung im November, so Reuters-Daten. "Physisch ist die Lage extrem angespannt", sagte David Fyfe, Chefökonom bei Argus. "Wir haben einen Dieselmarkt, der nach Knappheit schreit."bairdmaritime+2
Russell Hardy, CEO des weltweit größten unabhängigen Ölhandelsunternehmens Vitol, beschrieb die globalen Kraftstoffmärkte als "ziemlich, ziemlich eng und unflexibel" und merkte an, dass von geschätzten 10 Millionen bpd an ausgehenden Strömen nur eine Million bpd an raffinierten Produkten durch Hormus gelangen. US-Raffinerien liefen Ende August mit einer Auslastung von 98 Prozent, eine nicht nachhaltige Rate, während Russland Diesel-Exporte mindestens bis Ende September verboten hat.oilprice
Morgan Stanley erwartet nun, dass Brent im vierten Quartal durchschnittlich 100 Dollar pro Barrel kosten wird, während Goldman Sachs seine Brent- und WTI-Prognosen für Dezember 2026 und 2027 um 5 Dollar pro Barrel anhob, unter Verweis auf die Erwartung, dass die Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten bis ins nächste Jahr anhalten werden. Der iranische Parlamentspräsident hat gewarnt, dass weitere US-Angriffe auf iranische Ölanlagen Vergeltungsschläge gegen westliche Energieinteressen am Golf nach sich ziehen würden, eine Drohung, die die Lücke zwischen den Benchmark-Preisen und der bereits auf den physischen Märkten sichtbaren, angespannteren Realität verringern könnte.businesspost+2