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iopscience.iop+1popsci+1physEin internationales Astronomenteam hat eines der seltensten Ereignisse im Kosmos eingefangen: den ersten Lichtblitz eines sterbenden Sterns. Es ist erst die zweite bestätigte Entdeckung dieser Art in zwei Jahrzehnten. Parallel dazu bietet eine neue Untersuchung eines davonrasenden supermassereichen Schwarzen Lochs Wissenschaftlern eine neuartige Methode, um uralte Galaxienverschmelzungen zu rekonstruieren, die vor zig Millionen Jahren stattfanden.
Im März 2026 entdeckte Chinas Weltraumteleskop Einstein Probe einen kurzen Ausbruch weicher Röntgenstrahlen aus einer Galaxie, die etwa 500 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Schnelle Folgebeobachtungen identifizierten die Quelle als eine Supernova vom Typ Ic mit breiten Linien, die als SN 2026gzf bezeichnet wurde.space+2
Der Röntgenblitz war ein sogenannter "Shock Breakout", der Moment, in dem die Schockwelle eines kollabierenden Sterns dessen Oberfläche erreicht und den ersten Strahlungsausbruch freisetzt. Solche Ausbrüche dauern nur Sekunden bis Stunden, was sie extrem schwer zu beobachten macht. Laut der im The Astrophysical Journal Letters veröffentlichten Studie ist dies erst der zweite definitive Röntgen-Shock-Breakout, der in 20 Jahren entdeckt wurde.popsci+3
Was SN 2026gzf besonders ungewöhnlich machte, war ihr Verhalten. Supernovas vom Typ Ic mit breiten Linien werden normalerweise mit starken relativistischen Jets und Gammastrahlenausbrüchen in Verbindung gebracht, doch SN 2026gzf produzierte keines von beidem. Der Shock Breakout war der schwächste, der jemals mit dieser Supernova-Klasse in Verbindung gebracht wurde.space+1
"Eine Möglichkeit ist, dass der Jet 'erstickt' wurde, entweder durch die Oberfläche des Sterns oder durch zirkumstellares Material, das den Stern umgab", sagte Brendon O'Connor, Astronom an der Carnegie Mellon University und Mitautor der Studie.popsci
Unter Verwendung des Chandra X-ray Observatory der NASA, des National Radio Astronomy Observatory, des Palomar Observatory des Caltech und des Hobby-Eberly-Teleskops bestätigten die Forscher, dass es sich bei dem explodierenden Stern um einen Wolf-Rayet-Stern handelte, der etwa 20-mal so massereich wie die Sonne war und vor seinem Kollaps seinen gesamten Wasserstoff und Helium abgestoßen hatte.chandra.harvard+1
In einer separaten Studie, die in Physical Review Letters veröffentlicht wurde, haben Forscher des Kavli Institute for Theoretical Physics der UC Santa Barbara und der University of Texas at Austin die uralte Verschmelzung rekonstruiert, die wahrscheinlich RBH-1 erzeugte, ein supermassereiches Schwarzes Loch, das mit fast 1000 km/s durch den Weltraum rast.phys
RBH-1 wurde vor etwa drei Jahren erstmals vom James Webb Space Telescope und dem Hubble Space Telescope beobachtet und scheint nach einem Gravitationswellen-Rückstoß, der durch die Verschmelzung zweier supermassereicher Schwarzer Löcher vor etwa 70 Millionen Jahren verursacht wurde, aus seiner Heimatgalaxie herausgeschleudert worden zu sein.phys
"Wir haben gezeigt, dass an der Verschmelzung höchstwahrscheinlich zwei supermassereiche Schwarze Löcher mit einem Massenverhältnis von unter etwa 6:1 beteiligt waren, wobei das größere Schwarze Loch schnell rotierte", sagte Hauptautor Tousif Islam.phys
Beide Entdeckungen unterstreichen, wie koordinierte Beobachtungen mit mehreren Teleskopen und theoretische Modellierungen es Wissenschaftlern ermöglichen, Ereignisse zu beobachten und sogar zu rekonstruieren, die zuvor unerreichbar waren. Mit der Inbetriebnahme des Nancy Grace Roman Space Telescope und zukünftiger Gravitationswellen-Observatorien erwarten Forscher, diese forensischen Ansätze auf einen wachsenden Katalog extremer kosmischer Ereignisse anwenden zu können.space+1