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bloombergbreakingviews+1bloomberg+1Banken greifen laut einem Bericht von Bloomberg auf wenig bekannte Derivate zurück, die als „Crash-Puts“ bezeichnet werden, um Risiken abzubauen, die sich durch das explosive Wachstum gehebelter börsengehandelter Fonds (ETFs) angehäuft haben. Diese Instrumente, die im Falle eines extremen Markteinbruchs auszahlen, ermöglichen es Händlern, Extremrisiken (Tail Risks) auf Gegenparteien zu übertragen, die bereit sind, gegen katastrophale Szenarien zu wetten.bloomberg
Gehebelte ETFs, also Produkte, die die doppelte oder dreifache tägliche Rendite einer einzelnen Aktie versprechen, haben weltweit stark an Beliebtheit gewonnen und ziehen Privatanleger an, die auf überproportionale Gewinne hoffen. Die Fonds nutzen Swaps und Derivate, die von den Handelsabteilungen der Banken bereitgestellt werden. Dadurch verbleiben bei diesen Banken konzentrierte Risikopositionen, die in Stressphasen nur schwer zu steuern sind.
Laut Bloomberg lagen die Prämien, die Banken für diese Crash-Puts zahlten, zwischen 14,2 % und 20 %. Die Höhe der potenziellen Auszahlungen spiegelt das Ausmaß der Risiken wider, die die Händler abzusichern versuchen, sowie die Bereitschaft spezialisierter Gegenparteien, diese zu übernehmen.finance.yahoo+1
Diese Risiken sind keineswegs theoretischer Natur. Südkorea ist zu einem Paradebeispiel dafür geworden, wie gehebelte ETFs Märkte destabilisieren können. Der Kospi fiel von Ende Juni bis Ende Juli um rund 37 %, wobei die Aufsichtsbehörden konzentrierte Wetten auf gehebelte Einzelaktien-Produkte für die Verstärkung des Ausverkaufs verantwortlich machten.breakingviews
Als Reaktion darauf stoppte die südkoreanische Finanzdienstleistungskommission Mitte Juli die Erstnotierung neuer gehebelter Einzelaktien-ETFs und verdreifachte die für deren Handel erforderliche Mindesteinlage auf 30 Millionen Won. Am 29. Juli kündigte das Finanzministerium weitere Maßnahmen an, darunter eine Obergrenze, die die Investition einer Einzelperson in solche Produkte auf 20 % des gesamten Anlagevermögens beschränkt.straitstimes+2
Das Wall Street Journal News Corp berichtete, dass die Maßnahmen Südkoreas auf einen Tageseinbruch des Kospi um 6,4 % folgten. Privatanleger hatten ihre auf Kredit finanzierten Aktieninvestitionen bis Ende Mai auf den Rekordwert von 60 Billionen Won getrieben.reuters+1
Die Turbulenzen haben auch andernorts die Sorgen verstärkt. In den USA blockierte die SEC im Dezember 2025 faktisch die Einführung von ETFs, die eine drei- bis fünffache tägliche Rendite erzielen sollten, und verschickte Warnschreiben an Unternehmen wie Direxion, ProShares und Tidal. Bis Ende Juli 2026 wurden insgesamt 73 gehebelte und inverse ETFs geschlossen. Dies übersteigt die 22 Schließungen im Vorjahreszeitraum bei Weitem, wie aus Morningstar-Daten hervorgeht, über die MarketWatch berichtete.bloomberg+1
Das Aufkommen von Crash-Puts als Instrument zum Risikotransfer unterstreicht, wie tief sich gehebelte ETFs bereits in das Fundament der globalen Märkte gefressen haben: und wie besorgt die Banken darüber sind, was passiert, wenn die Musik aufhört zu spielen.