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reuters+1reuters+1reutersDer chinesische BIP-Deflator wurde im zweiten Quartal 2026 zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren positiv, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Dies markiert das Ende einer lang anhaltenden Phase fallender Preise, die die Unternehmensgewinne und das Verbrauchervertrauen belastet hatte. Doch der Umschwung war eher globalen Angebotsschocks als einer inländischen Erholung geschuldet.
Das Nationale Statistikamt berichtete, dass Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist, womit die Markterwartungen von 4,5 % verfehlt wurden und eine Verlangsamung gegenüber den 5,0 % des ersten Quartals zu verzeichnen war. Der BIP-Deflator – ein breites Maß für die Preisveränderungen in der gesamten Wirtschaft – stieg nach 12 aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativen Werten in den positiven Bereich, so Berechnungen von Bloomberg.reuters+3
Die Umkehr wurde hauptsächlich durch steigende globale Ölpreise im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie durch steigende Kosten in der KI-Lieferkette vorangetrieben. Der Krieg zwischen dem Iran und der Koalition aus den USA und Israel störte den Verkehr durch die Straße von Hormus, durch die über 20 % des weltweiten Ölhandels fließen, was das auslöste, was die Internationale Energieagentur als die "größte Angebotsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes" bezeichnete. Brent-Rohöl stieg zu Beginn des Konflikts stark an und blieb volatil, mit einem erneuten Anstieg Anfang Juli, nachdem die USA neue Angriffe auf den Iran gestartet und eine vorübergehende Sanktionsbefreiung für iranisches Öl widerrufen hatten.wikipedia+3
Chinas Erzeugerpreisindex stieg im Juni um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr, ein Vierjahreshoch, so Reuters , während der Verbraucherpreisindex um bescheidenere 1,0 % zulegte. Bloomberg berichtete im Mai, dass die Exportpreise im April um 5 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien – der größte Zuwachs seit 2023 –, da Energiekosten und KI-bezogene Nachfrage eine lange Serie fallender Preise durchbrachen.bloomberg+1
Su Jian, Direktor des Nationalen Zentrums für Wirtschaftsforschung der Universität Peking, schätzte den BIP-Deflator für das zweite Quartal auf etwa 1,9 %, unterstützt durch eine niedrige Vergleichsbasis, höhere globale Rohstoffpreise und festere Preise für einige langlebige Konsumgüter. Der KPMG China Economic Monitor stellte fest, dass sich der Deflator bereits im ersten Quartal auf -0,06 % verbessert hatte, was darauf hindeutet, dass er schon vor dem jüngsten Ölpreisschock kurz davor stand, positiv zu werden.chinadaily+2
Dennoch warnten viele Ökonomen davor, zu viel in diesen Umschwung hineinzuinterpretieren. Bloomberg berichtete im Juni, dass die Verbraucherpreisinflation "unerwartet ins Stocken geraten" sei, selbst als die Fabrikpreise anzogen, was eine wachsende Kluft zwischen Inputkosten und inländischer Nachfrage verdeutlicht. Schwache Einzelhandelsausgaben und sinkende Investitionen – die für Juni auf -4,9 % gegenüber dem Vorjahr geschätzt wurden – unterstrichen, dass das zugrunde liegende Nachfragedefizit bestehen bleibt. Chinas Ölimporte fielen auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahrzehnt, was darauf hindeutet, dass der Preisschock die Wirtschaft eher belastet als stimuliert.investinglive+2
Peking versprach im März, "die allgemeinen Preisniveaus wieder in den positiven Bereich zu steuern", die deutlichste Äußerung zur Deflation von Chinas Führung seit Jahren. Aber die Art und Weise dieses Ausstiegs – getrieben durch importierte Kosten statt durch inländische Nachfrage – macht die Wirtschaft verwundbar. Da das BIP-Wachstum die Prognosen verfehlt und die Situation zwischen den USA und dem Iran instabil ist, erwarten Analysten, dass die politischen Entscheidungsträger in der zweiten Jahreshälfte unter erneutem Druck stehen werden, zusätzliche Konjunkturimpulse zu liefern.bloomberg+2