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reutersreuters+1pluang+1Die Dieselpreise in Europa und den Vereinigten Staaten sind auf Allzeithochs gestiegen, da Kriege im Iran und in der Ukraine die Exporte der wichtigsten Produzenten schwer beeinträchtigen. Dies führt dazu, dass die Raffinerien weltweit an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und kaum Möglichkeiten bestehen, weitere Preiserhöhungen zu verhindern.
Europäische Diesel-Futures schlossen laut Reuters in der vergangenen Woche auf einem Rekordstand und haben sich seit Anfang 2026 mehr als verdoppelt. In den Vereinigten Staaten kletterten die durchschnittlichen Dieselpreise im Einzelhandel in diesem Monat erstmals auf über 6 Dollar pro Gallone. Asiatische Diesel-Benchmarks, die sich von ihrem März-Höchststand von über 200 Dollar pro Barrel leicht erholt haben, pendelten am 18. September um 180 Dollar pro Barrel, was immer noch das Doppelte des Vorkriegsniveaus bedeutet.reuters+1
Die Kombination aus Konflikten im Nahen Osten und in der Ukraine hat die Raffineriekapazitäten in mehreren Regionen ausgeschaltet. Die Dieselexporte aus dem Nahen Osten halbierten sich laut Schifffahrtsdaten von Kpler von März bis August im Vergleich zum Vorjahr und lagen im Durchschnitt bei 800.000 Barrel pro Tag. Der Nahe Osten hatte 2025 fast 41% der europäischen Dieselimporte geliefert.globalbankingandfinance+1
Russland verbot im Juli den Dieselexport, nachdem ukrainische Drohnenangriffe die Produktion der Raffinerien beeinträchtigt hatten. Russland war nach den USA der zweitgrößte Dieselexporteur der Welt und versorgte vor dem Verbot die Türkei und Brasilien mit großen Mengen. Auch die Verladungen am Roten Meer in Saudi-Arabien waren von Störungen betroffen, was die Verluste noch verschärfte.reuters+1
"Ein zentrales Problem ist, dass viele Raffinerien auf der ganzen Welt bereits an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten", teilte die Internationale Energieagentur am Montag in einem Newsletter mit. "Dies lässt nur wenige Optionen offen, um eine weitere Verknappung des Angebots und höhere Preise in den kommenden Monaten zu verhindern".globalbankingandfinance+1
Die US-Destillatbestände beliefen sich auf 96,97 Millionen Barrel, was etwa 15% unter dem Fünfjahresdurchschnitt für Mitte September liegt, obwohl die amerikanischen Raffinerien Ende August mit der höchsten Auslastung seit acht Jahren arbeiteten. In Europa fielen die Dieselvorräte am Knotenpunkt Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen am 10. September auf den niedrigsten saisonalen Stand.reuters+1
Die Raffineriemargen sind als Reaktion darauf explodiert. Phillips 66 verzeichnete Diesel-Raffineriemargen von 102 Dollar pro Barrel, etwa das Fünffache des normalen Niveaus, was den Aktienkurs in diesem Jahr mehr als verdoppelt hat. Analysten von JPMorgan erklärten, sie wüssten "einfach nicht, wie man das Ende modellieren soll", da Brent-Rohöl bei über 100 Dollar pro Barrel notiere, während Diesel so gehandelt werde, als läge der Rohölpreis bei 200 Dollar.pluang+1
Die Ukraine und Russland setzen ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur der jeweils anderen Seite fort, obwohl Präsident Donald Trump letzte Woche ankündigte, dass beide Seiten einem Stopp der Angriffe zugestimmt hätten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Sonntag, er werde sich in den kommenden Tagen mit Trump treffen. Jedes Scheitern dieser Gespräche könnte den ohnehin angespannten Markt weiter belasten.globalbankingandfinance+1
"Jede weitere Störung der Ströme im Roten Meer droht den bereits angespannten globalen Dieselmarkt weiter zu verengen", warnte Kpler-Analyst George Shaw und wies darauf hin, dass die Raffineriekapazität der zentrale Engpass bleibe. China bot eine teilweise Entlastung, da die Dieselexporte im August auf 320.000 Barrel pro Tag stiegen, den höchsten Stand seit fast 2,5 Jahren. Dies folgte jedoch auf einen Rückgang der Lieferungen um 26% von April bis Juni, nachdem Peking begonnen hatte, die Exporte von Raffinerieprodukten zu begrenzen.reuters+1