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bloombergreuters+1bloombergVertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) bereiten den Boden für eine weitere Zinserhöhung bereits im Oktober, nachdem eine neue Verbraucherumfrage gestiegene Inflationserwartungen gezeigt hat und die Energiekosten aufgrund des Iran-Konflikts weiter in die Höhe schnellen.bloomberg+1
Die EZB hob am 10. September den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an, die zweite Erhöhung seit Juni, da die Inflation im Euroraum im August 3,3 Prozent erreichte – der höchste Stand seit September 2024 – was maßgeblich durch Energiepreise getrieben wurde, die im Jahresvergleich um 14,3 Prozent stiegen. Bloomberg berichtete am Freitag, dass die Entscheidungsträger nun signalisieren, dass ein weiterer Schritt bei ihrem Treffen am 29. Oktober möglich sei, da die Inflation im 21-Länder-Block "auf 4 Prozent zusteuert".ecb.europa+3
Eine am Freitag veröffentlichte EZB-Verbraucherumfrage zeigte, dass die mittlere Erwartung für die Inflation in den nächsten 12 Monaten von 2,9 Prozent im Juli auf 3,0 Prozent gestiegen ist, so Reuters. Auch längerfristige Indikatoren legten zu: Die Drei-Jahres-Erwartungen stiegen von 2,7 auf 2,9 Prozent, und der Fünf-Jahres-Ausblick kletterte von 2,4 auf 2,5 Prozent. Die EZB merkte an, dass "die Unsicherheit über die Inflationserwartungen für die nächsten 12 Monate abnahm, aber höher blieb als das Niveau, das vor Beginn des Konflikts im Nahen Osten herrschte".reuters+1
Die Marktpreise implizieren laut Morningstar bereits eine Wahrscheinlichkeit von 75,1 Prozent für eine Zinserhöhung im Oktober und 73,3 Prozent im Dezember. Die EZB-Mitarbeiterprognosen, die zusammen mit der September-Entscheidung veröffentlicht wurden, sehen die Gesamtinflation 2026 bei durchschnittlich 3,0 Prozent, 2027 bei 2,5 Prozent und 2028 bei 2,1 Prozent. Goldman Sachs The Goldman Sachs Group, Inc. erwartet, dass die Gesamtinflation im vierten Quartal dieses Jahres ihren Höhepunkt bei 3,4 Prozent erreichen wird.global.morningstar+2
Nicht jeder ist davon überzeugt, dass eine weitere Straffung die richtige Antwort ist. Der italienische Finanzminister Giancarlo Giorgetti sagte am Freitag, dass Zinserhöhungen allein einen Inflationsschub, der in Angebotsstörungen und nicht in übermäßiger Nachfrage wurzelt, nicht bändigen können. "Die Inflation resultiert aus einem Angebotsschock, nicht so sehr aus einer überhitzten Wirtschaft und übermäßiger Nachfrage, die durch eine restriktive Geldpolitik gedämpft werden müsste", sagte Giorgetti laut Bloomberg. "Sicherlich kann das helfen, aber allein löst es das Problem nicht."bloomberg
Der Konflikt im Iran hat die Energiekosten in ganz Europa stark in die Höhe getrieben, wobei die Energieinflation im Euroraum laut Eurostat im August von 10,3 Prozent im Juli auf 14,3 Prozent beschleunigte. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel ausschließt, sank im August sogar von 2,5 auf 2,4 Prozent – was Giorgettis Argument unterstreicht, dass der Preisanstieg auf angebotsseitige Komponenten konzentriert ist und nicht auf einen breit angelegten Nachfragedruck zurückzuführen ist. Die nächste EZB-Ratssitzung am 29. Oktober wird zeigen, ob die Falken das Momentum für eine dritte Zinserhöhung in diesem Jahr aufrechterhalten können.europa+1