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reutersreuters+1theedgemalaysia+1Ein weltweiter Ausverkauf an den Anleihemärkten hat die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen am Freitag auf etwa 4,97 Prozent getrieben. Dies ist der höchste Stand seit Ende 2023 und bringt sie nah an die psychologisch wichtige Hürde von 5 Prozent, während steigende Ölpreise und die wachsende Erwartung einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve Anleger weltweit verunsicherten.reuters+1
Der Ausverkauf wurde durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren angeheizt, darunter Brent-Öl-Futures, die mit fast 110 US-Dollar pro Barrel ein Viermonatshoch erreichten, falkenhafte Signale der Zentralbanken sowie die ausufernde Staatsverschuldung in den Industrieländern. Dies trieb die Kreditkosten von Tokio bis London auf Mehrjahrzehnthöchststände.reuters
Der steile Anstieg der Energiepreise war der Hauptauslöser. Brent-Rohöl verteuerte sich in dieser Woche um rund 13 Prozent, nachdem die mit dem Iran verbündeten Huthis die jemenitische Hafenstadt Mocha unter ihre Kontrolle brachten und an der Küste des Roten Meeres vorrückten, was Befürchtungen anhaltender Lieferunterbrechungen schürte. Da Öl deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel liegt, haben Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung bei der Fed-Sitzung am 16. September rasch neu bewertet. Das FedWatch-Tool der CME Group zeigt nun eine implizite Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent für einen Zinsschritt um 25 Basispunkte, verglichen mit 49 Prozent einer Woche zuvor.globalbankingandfinance+1
„Wir erleben einen perfekten Sturm aus höheren Ölpreisen, verstärkten Inflationsängsten, einer falkenhaften Haltung der Zentralbanken und anhaltenden Sorgen über Haushaltsdefizite, was zusammen die globalen Renditen nach oben treibt“, sagte Mansoor Mohi-uddin, Chef-Makrostratege bei der Bank of Singapore.reuters
Die Märkte konzentrieren sich nun auf die US-Verbraucherpreisdaten, die im Laufe des Freitags erwartet werden. Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen bereits am Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben und gewarnt, dass sich der Preisdruck als dauerhaft erweisen könnte. Von der Bank of Japan wird in der kommenden Woche weitgehend erwartet, dass sie die Zinsen auf den höchsten Stand seit 31 Jahren anhebt.globalbankingandfinance+1
Die Schäden haben sich weit über US-Staatsanleihen hinaus ausgeweitet. Die Renditen dreijähriger australischer Staatsanleihen sprangen um 18 Basispunkte auf ein 15-Jahres-Hoch, die zehnjährigen Renditen Japans stiegen auf 2,97 Prozent und neuseeländische Anleihen schnitten besonders schlecht ab, wobei zweijährige Renditen um 25 Basispunkte kletterten. Deutsche Bund-Futures fielen nahe ihren niedrigsten Stand seit 2011, während französische OAT-Futures auf ein Rekordtief stürzten.theedgemalaysia+1
„Das Erreichen von 5 Prozent bei der Rendite zehnjähriger US-Anleihen sieht eher wie eine Unausweichlichkeit aus als wie eine Prognose“, sagte Padhraic Garvey, Leiter der Research-Abteilung für Amerika bei ING Groep . „Dies sind besorgniserregende Zeiten für die Anleihemärkte.“theedgemalaysia
Finanzminister Scott Bessent versuchte, die Bedenken herunterzuspielen, und erklärte, der Markt für US-Staatsanleihen sei in „sehr guter Verfassung“. Doch das Vertrauen wurde beeinträchtigt, nachdem die erweiterte Anleiherückkaufaktion des Finanzministeriums nur Anleihen im Wert von 5,2 Milliarden US-Dollar kaufte, was unter der Obergrenze von 6 Milliarden US-Dollar lag und der Hälfte der angebotenen 10,5 Milliarden US-Dollar entsprach.theedgemalaysia+1
Ein dauerhafter Anstieg über 5 Prozent hätte weitreichende Folgen: Er würde die Hypothekenzinsen, die Kreditkosten für Unternehmen und die Schuldendienstlast des Staates vor den Zwischenwahlen erhöhen. Einige Analysten sehen darin ein Niveau, das Kapital aus Aktien abziehen und in Anleihen lenken könnte.reuters+1
„Ein niedrigerer US-Verbraucherpreisindex und eine Zinserhöhung der Fed sind derzeit wirklich die einzigen Schutzschalter, die ich sehe“, sagte Michael Tang, Zinsstratege bei der Commonwealth Bank of Australia in Sydney.theedgemalaysia