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bloombergtbsnews+1tbsnewsÖlproduzenten im Nahen Osten transportieren heimlich große Mengen Rohöl über verdeckte Kanäle aus dem Persischen Golf. Dies trägt dazu bei, die Energiepreise im Zaum zu halten, obwohl sich der Krieg zwischen den USA und dem Iran bereits im sechsten Monat befindet und kein Ende in Sicht ist. Die Transporte, die unbemerkt durch die Straße von Hormus zu Umschlagplätzen im Golf von Oman gelangen, laufen laut Bloomberg trotz jüngster Angriffe auf Schiffe unter Volllast.bloomberg
Die verdeckten Lieferungen haben dazu beigetragen, den katastrophalen Preissprung zu verhindern, den viele Analysten befürchteten, als der Iran Ende Februar Anstalten machte, die Meerenge zu blockieren. Nachdem der Preis für Rohöl der Sorte Brent im März über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen war und im April bei rund 126 US-Dollar seinen Höchststand erreicht hatte, ist er inzwischen wieder zurückgegangen, legte jedoch in den letzten Wochen angesichts der stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran erneut zu.aljazeera+1
Doch auch wenn die heimlichen Öltransporte die kurzfristigen Sorgen um das Angebot lindern, wird die zugrunde liegende Rechnung immer brenzliger. Saudi Aramco schätzt, dass die Welt seit Beginn des Krieges 2,6 Milliarden Barrel Öl verloren hat. Laut Reuters ist dies der größte kumulierte Lieferausfall seit der iranischen Revolution von 1979.tbsnews+1
Die Notfallreserven der IEA und die kommerziellen Bestände belaufen sich zusammen auf rund 1,5 Milliarden Barrel. Das reicht aus, um das geschätzte tägliche Versorgungsdefizit von 5 Millionen Barrel pro Tag für etwa 300 Tage zu decken. Die IEA kann jedoch die Freigabe kommerzieller Bestände der Raffinerien nicht erzwingen, sodass nur etwa 900 Millionen Barrel in staatlich kontrollierten Reserven verbleiben: ein Puffer von 180 Tagen bei den derzeitigen Abrufraten.reuters+1
In den Vereinigten Staaten ist die Lage noch angespannter. Der US-Rechnungshof (Government Accountability Office) warnte im Mai, dass die veraltete Infrastruktur der strategischen Ölreserve rund ein Viertel der verbleibenden Bestände unzugänglich gemacht hat. Damit stünden wohl nur noch etwa 200 Millionen Barrel zur Verfügung, was für gerade einmal 40 Tage des aktuellen Versorgungsengpasses reicht.tbsnews
Die Bestände an Diesel und Kerosin befinden sich laut Morgan Stanley am unteren Ende ihrer Fünfjahresspanne, wobei Schäden an Raffinerien im Nahen Osten und in Russland diese Kraftstoffe besonders hart treffen. Eine weitere Freigabe von IEA-Beständen ist unwahrscheinlich, da viele Mitgliedsländer nur noch über begrenzte Reserven verfügen, so Christian Egeland von Energy Aspects.tbsnews
China bleibt eine unberechenbare Größe. Energy Aspects schätzt, dass Peking im Juli fast 1,7 Milliarden Barrel Rohöl hielt. Das würde ausreichen, um die Importe aus der Straße von Hormus vor dem Krieg von rund 5,5 Millionen Barrel pro Tag für fast ein Jahr zu decken. China gibt seine Reserven jedoch nicht offiziell bekannt, und die Schätzungen von Beratungsunternehmen gehen weit auseinander: von 1,0 bis 1,7 Milliarden Barrel.tbsnews
„Der Abbau der Lagerbestände hat den Puffer gegen Angebotsschocks verringert, sodass der Ölmarkt anfällig für drastische Preisanstiege bleibt“, sagte Hamad Hussain von Capital Economics.tbsnews