Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

lubesngreasesworldoil+1hokanews+1Fast sechs Monate nach dem Ausbruch des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar 2026 bleibt die Straße von Hormus für den normalen Handelsschiffsverkehr praktisch gesperrt. Die Folgen reichen mittlerweile weit über Rohöl hinaus und betreffen Petrochemikalien, Kunststoffe, Düngemittel sowie die globale Lieferkette für Motorenöl.
Der Motorenölmarkt hat sich zu einem der unerwartetsten Opfer der Krise entwickelt. Die Pearl-GTL-Anlage (Gas-to-Liquids) von Shell in Katar, eine weltweit wichtige Quelle für Gruppe-III-Grundöle zur Herstellung synthetischer Motorenöle, erlitt beim iranischen Angriff auf die Industriestadt Ras Laffan am 18. März erhebliche Schäden. Die Reparaturen werden voraussichtlich rund ein Jahr dauern. Der Ausfall dieser Kapazitäten, kombiniert mit der Schließung der Meerenge, die Exporte aus anderen Golf-Raffinerien blockiert, hat die europäischen Preise für Gruppe-III-Grundöl von etwa 1.260 Euro pro Tonne Ende Februar auf rund 3.270 Euro pro Tonne bis Mitte Juni steigen lassen.hokanews+2
Der Verband unabhängiger Schmierstoffhersteller (Independent Lubricant Manufacturers Association) bat das American Petroleum Institute im März offiziell um Soforthilfe und warnte, dass die Verfügbarkeit am Spotmarkt „weitgehend verschwunden“ sei und verbleibende Mengen kontingentiert würden. Redner auf einer kürzlich abgehaltenen Konferenz der Society of Tribologists and Lubrication Engineers warnten, dass das volle Ausmaß der Krise bisher durch den Abbau von Lagerbeständen verschleiert wurde, die nun zur Neige gehen, und sagten Engpässe bei fertigen Schmierstoffprodukten voraus.ilma+1
Führende Automobilhersteller wie Volkswagen, Stellantis und Toyota reagieren mit der Suche nach alternativen Bezugsquellen und der Anpassung der Rezepturen bestimmter Schmierstoffe. Das japanische Vertriebsgeschäft von Volkswagen räumte Lieferverzögerungen öffentlich ein.hokanews
Der breitere petrochemische Sektor steht vor ähnlichen Problemen. Rund 84 Prozent der Polyethylen-Kapazitäten im Nahen Osten sind für den Seeweg-Export auf die Meerenge angewiesen, wobei sich der wichtigste Knotenpunkt Saudi-Arabiens in Al-Dschubail innerhalb des Persischen Golfs befindet. Die an der saudi-arabischen Börse notierten Petrochemieunternehmen reduzierten laut Arab News ihre kumulierten Nettoverluste in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um mehr als 50 Prozent auf 1,7 Milliarden Saudi-Riyal, verglichen mit etwa 3,4 Milliarden Riyal im Vorjahr. Die Unternehmen führten Störungen der Lieferketten und geringere Absatzmengen an, verwiesen jedoch auch auf eine verbesserte Betriebseffizienz.arabnews+1
Die Krise weitet sich auch auf Düngemittel, Industriegase und die Containerschifffahrt aus. Auf den Persischen Golf entfallen rund 30 bis 35 Prozent der weltweiten Harnstoffexporte, und die Harnstoffpreise am Drehkreuz New Orleans stiegen von 475 auf 680 US-Dollar pro Tonne. Die LNG-Verarbeitung in Katar ist zudem eine wichtige Quelle für Neon, Helium und andere Edelgase, die für die Halbleiterherstellung und Medizintechnik von entscheidender Bedeutung sind.topnews
Ein in diesem Monat aktualisierter Bericht des Congressional Research Service bestätigte, dass die Bemühungen des Iran, die Kontrolle über die Meerenge zu behaupten, den Handelsschiffsverkehr weiterhin beeinträchtigen. Reuters berichtete, dass sich der Schiffsverkehr durch Hormus Mitte August weiter verlangsamte, nachdem die USA mit zusätzlichem wirtschaftlichen Druck auf den Iran gedroht hatten. Branchenanalysten warnen, dass eine Erholung beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen könnte, insbesondere da die Grundölbestände schwinden und alternative Lieferrouten unzureichend bleiben, um die ausgefallenen Kapazitäten am Golf zu ersetzen.congress+2