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sharecast+1sharecast+1thearmchairtraderDie kommende Woche bringt das, was Analysten als die intensivste Phase der Zentralbankaktivität in diesem Jahr bezeichnen: Die Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan werden ab Mittwoch innerhalb eines 48-Stunden-Fensters ihre Zinsentscheidungen bekannt geben. Dies geschieht vor dem Hintergrund steigender Ölpreise und anhaltenden Inflationsdrucks im Zuge des USA-Iran-Konflikts.
Die Entscheidung der Federal Reserve am Mittwoch ist das Hauptereignis der Woche. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein, die den Leitzins auf 4,00 % anheben würde. Vor dem Verbraucherpreisindex-Bericht am Freitag lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei etwa 70 %. Der Bericht zeigte, dass die Gesamtinflation im August im Jahresvergleich bei 3,4 % verharrte, während die Kernpreise im Monatsvergleich stärker als erwartet stiegen. Die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh wird genauestens auf Signale hin untersucht werden, ob es sich um einen einmaligen Schritt oder den Beginn eines neuen Straffungszyklus handelt.sharecast+2
Die Entscheidung ist innerhalb der Fed keineswegs unumstritten. Gouverneur Christopher Waller und der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, haben sich auffallend taubenhaft geäußert, was unabhängig vom Ergebnis auf ein gespaltenes Abstimmungsverhalten hindeutet. US-Präsident Trump hat seine Forderungen nach Zinssenkungen erneuert und erhöht damit den politischen Druck auf den von ihm ernannten Warsh im Vorfeld der Zwischenwahlen im November.thesmartinvestor+1
Am Mittwoch werden zudem die US-Einzelhandelsumsätze für August veröffentlicht. Sie werden Aufschluss darüber geben, ob sich die Verbraucher nach den schwachen Juli-Zahlen weiter zurückhalten.actionforex
Die Bank of England kommt am Donnerstag zusammen. Es wird allgemein erwartet, dass sie den Leitzins bei 3,75 % belässt, auch wenn die internen Meinungsverschiedenheiten zunehmen. Die britische Gesamtinflation sprang im Juli nach einer Erhöhung der Energiepreisobergrenze um 13 % auf 2,9 %, und die am Mittwoch anstehenden Inflationsdaten für August könnten die Debatte neu entfachen. Das Basisszenario der Danske Bank sieht unveränderte Zinsen bis zum zweiten Quartal 2027 vor, weist jedoch darauf hin, dass eine „Sicherheits-Zinserhöhung“ möglich bleibt, sollten sich die Energiemärkte nicht entspannen.sharecast+1
Die Bank of Japan beschließt die Woche am Freitag mit einer Entscheidung, die die japanischen Zinsen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten treiben könnte. Eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 1,25 % wird weithin erwartet. Die Bank ING merkt an, dass der Markt kurz davor steht, eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte bis zum Jahresende einzupreisen. Dieser Schritt folgt auf Signale eines Beraters von Premierministerin Takaichi, wonach die Regierung bereit ist, grünes Licht für eine schnellere Straffung zu geben, auch unter dem Druck von US-Finanzminister Scott Bessent, eine Aufwertung des Yen zuzulassen.actionforex+1
Über allem schwebt der USA-Iran-Konflikt. Die Rohölsorte Brent kletterte in dieser Woche auf über 108 US-Dollar pro Barrel, bevor sie sich wieder unter 106 US-Dollar einpendelte, während WTI die Marke von 101 US-Dollar überschritt. Der Energieschock hat die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 4,97 % getrieben und die Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) in die Nähe eines 19-Jahres-Hochs schnellen lassen. Gold notiert bei rund 4.350 US-Dollar nahe an Rekordwerten, gerät jedoch durch die steigenden Zinserwartungen unter Druck.tmgm+1
Die unterschiedlichen geldpolitischen Pfade, bei denen Fed und BoJ potenziell die Zinsen straffen, während die BoE pausiert, versprechen eine Woche, die die Devisen- und Anleihemärkte auf dem Weg ins letzte Quartal des Jahres neu ordnen könnte.