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reutersthestarlive.euronextDeutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in China im ersten Halbjahr 2026 kräftig gesteigert und gleichzeitig ihre Ausgaben in den USA drastisch gekürzt. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Bundesbankdaten hervor. Dies unterstreicht, wie Handelskonflikte und Zollunsicherheit die Unternehmensstrategien in Europas größter Volkswirtschaft neu ausrichten.
Deutsche Firmen investierten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 rund 5,6 Milliarden Euro mehr in China als im Vorjahreszeitraum, was einem Anstieg von etwa einem Drittel entspricht, wie Reuters berichtete. Die IW-Studie merkte an, dass das Niveau der China-Investitionen weitgehend dem durchschnittlichen Halbjahreswert im Zeitraum von 2020 bis 2025 entsprach, was die anhaltende Anziehungskraft des chinesischen Marktes für deutsche Hersteller widerspiegelt.arise+1
Gleichzeitig fielen die deutschen Direktinvestitionen in den USA im Jahresvergleich um fast zwei Drittel auf etwa 4,3 Milliarden Euro, der niedrigste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2023. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2024 betrug der Rückgang fast 80 Prozent. In den fünf Jahren vor der COVID-19-Pandemie investierten deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr durchschnittlich 15,8 Milliarden Euro in den USA, fast das Vierfache der Zahl von 2026.reuters+2
"Dies setzt den Abwärtstrend fort, der seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025 zu beobachten ist", sagte IW-Forscherin Samina Sultan gegenüber Reuters.live.euronext+1
Die Entwicklung spiegelt die Kombination aus US-Zollpolitik und der dauerhaften Rolle Chinas sowohl als riesiger Absatzmarkt als auch als kostengünstiger Produktionsstandort wider. Jürgen Matthes vom IW erklärte, den deutschen Unternehmen bleibe kaum eine andere Wahl, als ihre China-Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Er verwies dabei auf staatliche Subventionen, einen unterbewerteten Yuan und die Notwendigkeit, sich im globalen Wettbewerb mit chinesischen Herstellern zu behaupten.bolnews+1
"Für Deutschland bedeutet dies, dass Produktion und Beschäftigung zunehmend nach China verlagert werden", sagte Matthes und forderte die Europäische Union auf, Ausgleichszölle auf chinesische Importe zu erheben, um Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken.arise
Die Daten kommen inmitten einer umfassenderen Neuausrichtung der deutschen Handelsbeziehungen. China eroberte im ersten Halbjahr 2026 laut dem Statistischen Bundesamt seine Position als wichtigster Handelspartner Deutschlands zurück, wobei der bilaterale Handel 125,5 Milliarden Euro erreichte. Frühere IW-Daten zeigten, dass die deutschen Investitionen in China im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 55,5 Prozent stiegen. Dieser Trend beschleunigte sich mit der Sorge vor einem US-Handelskrieg weiter.reuters+1
Ökonomen warnen, dass diese dauerhafte Verlagerung die europäische Fertigungskapazität allmählich aushöhlen und Produktion sowie Arbeitsplätze nach Osten verlagern könnte, während Berlin und Brüssel darüber debattieren, wie entschlossen sie auf die chinesische Industriepolitik reagieren sollen.bolnews+1