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wto+1riotimesonline+1thedocs.worldbank+1Die Welthandelsorganisation (WTO) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der feststellt, dass der Konflikt am Persischen Golf den globalen Handel mit Harnstoff- und Phosphatdüngern "schwer gestört" hat. Dies schürt Sorgen um die Ernährungssicherheit, da große Agrarnationen vor kritischen Pflanzsaisons mit Versorgungsengpässen konfrontiert sind.
Der am 10. Juli veröffentlichte WTO-Datenblog beschreibt, wie die Düngemittellieferungen über den Persischen Golf nach Ausbruch des Konflikts im Februar 2026 praktisch zum Erliegen kamen. Die Harnstoffpreise stiegen von etwa 400 US-Dollar pro Tonne auf über 850 US-Dollar im April, bevor sie im Juni auf 453 US-Dollar sanken. Der Bericht hebt hervor, dass Düngemittelproduzenten Exportbeschränkungen verhängt haben, die bis zu 15 Prozent des weltweiten Düngemittelhandels betreffen.wto+2
Der Konflikt hat die Straße von Hormus faktisch geschlossen, eine Wasserstraße, durch die laut NPR etwa ein Drittel aller weltweit verschifften Düngemittel transportiert wird. Der nahezu vollständige Zusammenbruch des Tankerverkehrs durch die Meerenge – der laut FAO um mehr als 90 Prozent zurückging – zwang die Produzenten am Golf zu massiven Exportkürzungen. Der stellvertretende WTO-Generaldirektor Jean-Marie Paugam warnte bereits Anfang des Jahres, dass wir, wenn Düngemittel aus dem Golf nicht zirkulieren, "eine direkte Auswirkung auf die Versorgung der großen Erzeugerländer spüren werden, genau dann, wenn die Pflanzsaisons beginnen".al-monitor+2
Der WTO-Bericht unterstreicht insbesondere die Anfälligkeit großer Düngemittelimporteure wie Brasilien, das mehr als 80 Prozent seines Bedarfs importiert. Das brasilianische Landwirtschaftsministerium stuft die Versorgungslage als "extrem hohes Risiko" für die Ernte 2026/27 ein und warnt, dass die Schließung der Straße von Hormus und die chinesischen Exportbeschränkungen für Phosphat die Lebensmittelproduktion gefährden.thedocs.worldbank+3
Eine Analyse der University of Illinois stellte fest, dass Brasilien in den letzten fünf Jahren abhängiger von Düngemittelimporten geworden ist, mit einem Rekordwert von 49 Millionen Tonnen im Jahr 2025. Das Land hat begonnen, Wege zur Unabhängigkeit bei Düngemitteln zu erkunden, wenngleich kurzfristige Alternativen begrenzt bleiben.rfdtv+1
Die Weltbank berichtete, dass die Harnstoffpreise zwischen Februar und März 2026 von Monat zu Monat um fast 46 Prozent gestiegen sind. Die FAO hat gewarnt, dass Energieschocks und Störungen der Handelsrouten "den Boden für stärkere Preisanstiege in den kommenden Monaten bereiten". Der Chefökonom der FAO, Máximo Torero, merkte an, dass "der Rückgang der Exporte aus dem Golf zu einem unmittelbaren globalen Defizit ohne schnelle Alternativen führt", da es keine strategischen internationalen Düngemittelreserven gibt.npr+1
Die Ergebnisse der WTO kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Handelsexperten für 2026 ein langsameres globales Handelswachstum prognostizieren, wobei der Konflikt im Nahen Osten die Schifffahrts- und Rohstoffmärkte stark belastet.youtube