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reutersbloomberg+1cnbc+1Der japanische Yen fiel diese Woche auf den schwächsten Stand gegenüber dem Dollar seit vier Jahrzehnten, durchbrach die Marke von 162,80 und schürte Befürchtungen eines tieferen Absturzes in Richtung 200 pro Dollar, als Tokio eine neue Strategie unangekündigter Überraschungsinterventionen signalisierte, um Währungsspekulanten zu bestrafen.
Japanische Beamte geben ihre langjährige Praxis auf, Interventionsrisiken durch eskalierende verbale Warnungen anzukündigen, und verfolgen stattdessen eine gezieltere Kampagne, um Leerverkäufer unter Druck zu setzen und die Kosten für Wetten gegen den Yen zu erhöhen, so Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Der Wandel erfolgt, nachdem Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura nach wochenlangem öffentlichem Schweigen bestätigte, dass die Interventionen Ende April und Anfang Mai effektiv waren und dass einige US-Beamte den Schritt "unterstützt" hätten, berichtete Bloomberg am Mittwoch.bloomberg+2
Mimuras Äußerungen stellten eine bemerkenswerte Abkehr dar. Seit Anfang Mai, kurz nachdem Japan zum ersten Mal seit fast zwei Jahren Dollar verkauft hatte, um den Yen zu stützen, hatte sich der stellvertretende Finanzminister öffentlich zurückgehalten, wobei Regierungskreise darauf hinwiesen, dass seine frühere "letzte Warnung" weiterhin in Kraft sei. Finanzministerin Satsuki Katayama bekräftigte am Dienstag lediglich, dass die Behörden "bereit seien zu reagieren" – und behielt die Rhetorik bei, selbst als der Yen auf neue Tiefststände stürzte.reuters+1
Das USD/JPY-Paar schwächte sich am Dienstag auf rund 162,83 ab, den niedrigsten Stand seit 1986, wie LSEG-Daten zeigen. Der Yen steuerte auf einen Rückgang von fast 2 % für das zweite Quartal zu – der vierte Quartalsrückgang in Folge. Japan gab zwischen Ende April und Anfang Mai rekordverdächtige 11,7 Billionen Yen (rund 72 Milliarden Dollar) für Interventionen aus, doch die Erleichterung erwies sich als flüchtig, da die große Zinskluft zwischen der Federal Reserve und der Bank of Japan weiterhin Kapital von Yen-denominierten Vermögenswerten abzog.cnbc+2
Die BOJ hob die Zinsen bei ihrer Sitzung im Juni auf 1 % an, und die Märkte rechnen mit einer weiteren Anhebung auf 1,25 % bis Dezember. Da die Fed die Zinsen jedoch hoch hält und Händler nun eine Wahrscheinlichkeit von 67 % für eine Zinserhöhung in den USA im September einpreisen, bleibt die politische Kluft zu groß, als dass Zinsbewegungen allein den Kurs des Yen umkehren könnten.investinglive+1
Analysten entwerfen zunehmend bärische Extreme. Die Japan Times berichtete unter Berufung auf mehrere Strategen, dass der Yen in Richtung 200 pro Dollar steigen könnte, wenn die aktuellen Fundamentaldaten anhalten. Händler betrachten den US-Unabhängigkeitstag am Freitag als mögliches Zeitfenster für Tokio, um zuzuschlagen, da eine geringere Liquidität die Auswirkungen jeder Aktion verstärken könnte.sedaily+1
Dennoch erklärten Investoren und Strategen gegenüber CNBC, dass Interventionen allein den Rückgang des Yen wahrscheinlich nicht umkehren werden, solange die US-Zinsen deutlich über denen Japans liegen und der Dollar insgesamt stark bleibt. Wie es ein Barclays-Stratege ausdrückte: "Man sieht den Yen nicht wirklich in irgendeine Richtung signifikant bewegen, es sei denn, die BOJ geht sehr aggressiv mit ihren Zinserhöhungen vor".youtube+1