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businessupturnreutersinvestingDie Rohölpreise sind auf über 105 Dollar pro Barrel gestiegen. Ursache ist ein eskalierender Krieg zwischen den USA und dem Iran, der den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus lahmlegt. Zusätzlich hat die Einnahme der jemenitischen Hafenstadt Mocha durch die Huthi-Rebellen die maritimen Risiken auf das Nadelöhr Bab al-Mandab im Roten Meer ausgeweitet. Der am 11. September veröffentlichte Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zeichnet das Bild eines akut unter Druck stehenden globalen Ölmarktes, auf dem die Lagerbestände rasch schrumpfen und ein Diesel-Engpass die US-Kraftstoffpreise erstmals auf über 6 Dollar pro Gallone treibt.businessupturn+1
Der Brent-Future an der ICE lag zum Zeitpunkt des IEA-Berichts bei rund 105 Dollar, was einem Anstieg von etwa 45% gegenüber dem Niveau vor dem Krieg entspricht, nachdem die Nordsee-Referenzsorte Dated Brent am 9. September auf 113,48 Dollar geschnellt war. Die IEA senkte ihre Prognose für das weltweite Ölangebot für 2026 auf 100,7 Millionen Barrel pro Tag, was einem Rückgang von 5,7 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zudem bleiben im Golfgebiet wegen der erhöhten Sicherheitsrisiken weiterhin mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag abgeschaltet. Die weltweit beobachteten Lagerbestände sind seit Februar um 507 Millionen Barrel eingebrochen: ein durchschnittlicher Abbau von 2,8 Millionen Barrel pro Tag, der die Reserven spürbar schrumpfen ließ.businessupturn
Der Dieselmarkt hat sich noch deutlicher verengt als der Rohölmarkt. Im US-Großhandel überschritten die Dieselpreise Anfang September die Marke von 200 Dollar pro Barrel, was rund 94% über dem Vorkriegsniveau liegt. An den Zapfsäulen lag der Landesdurchschnitt am Donnerstag nach Angaben des Preisportals GasBuddy erstmals bei über 6 Dollar pro Gallone, wie Reuters Thomson Reuters Corporation berichtete. Die kombinierten Dieselexporte aus der Golfregion und Russland liegen um 1,6 Millionen Barrel pro Tag unter dem Niveau vom Februar, wobei die Netto-Dieselexporte der Golfstaaten auf nur noch 390.000 Barrel pro Tag eingebrochen sind.reuters+1
Die Versorgungskrise verschärfte sich diese Woche, nachdem Huthi-Kräfte am Donnerstag, dem 10. September, den Rote-Meer-Hafen Mocha einnahmen und damit mehr Kontrolle über die Straße von Bab al-Mandab gewannen, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Die Einnahme folgte auf wochenlange Raketen- und Drohnenangriffe der Huthis, die den kommerziellen Betrieb des Hafens bereits zum Erliegen gebracht hatten. In Kombination mit den schweren Einschränkungen für den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus, über die normalerweise rund 20% des weltweiten LNG-Handels laufen, haben die doppelten Störungen an den Nadelöhren europäische Versorger dazu gezwungen, sich mit asiatischen Importeuren ein aggressives Bietgefecht um Ersatzlieferungen aus dem Atlantikbecken zu liefern.investing+3
Die europäischen Erdgaspreise spiegelten diesen Druck wider: Der niederländische Benchmark-Kontrakt für den Folgemonat erreichte 79,64 Euro pro Megawattstunde, den höchsten Stand seit 2023, bevor er am Freitag auf etwa 77,60 Euro nachgab und damit den fünften Wochengewinn in Folge von über 12% verzeichnete. Die Untergrundspeicher in ganz Europa waren zu rund 67% gefüllt und lagen damit unter dem fünfjährigen saisonalen Durchschnitt. Der Energieschock war ein wesentlicher Grund für die Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,5% anzuheben, was die zweite Zinsanhebung seit Juni darstellt. Als Begründung nannte die EZB eine akute angebotsseitige Inflation durch steigende Energiekosten.euronews+1
Die US-Energieinformationsbehörde EIA hob am Mittwoch ihre Brent-Preisprognose für 2026 um fast 5% an und rechnet nun mit einem Jahresdurchschnitt von etwa 91 Dollar pro Barrel. Die zentrale Botschaft der IEA war, dass der Markt nur noch durch schrumpfende Lagerbestände und eine an ihren Grenzen arbeitende Raffineriekapazität zusammengehalten wird, während eine vollständige Erholung der Versorgung aus dem Nahen Osten auf 2027 verschoben wird.reuters+1