Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

euronewseuronews+1euronewsDie europäischen Gaspreise stiegen am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Anfang 2023, während die Internationale Energieagentur (IEA) Regierungen dazu drängte, strategische Gasreserven anzulegen, und vor gefährlich niedrigen Speicherständen zu Beginn des Winters warnte. Der niederländische TTF-Kontrakt, Europas Benchmark für Großhandelspreise, notierte am Mittwochmorgen über 79 Euro pro Megawattstunde. Grund dafür sind monatelange Störungen bei LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus infolge der Konflikte zwischen den USA und dem Iran. Die unterirdischen Gasspeicher der EU sind laut Gas Infrastructure Europe nur zu 67 Prozent gefüllt, deutlich weniger als die 80 Prozent zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die deutschen Speicher liegen zum 1. September bei lediglich 53 Prozent, dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.euronews+3 ## IEA fordert neuen Ansatz In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zu Gasreserven und Flexibilitätsoptionen argumentierte die IEA, dass Regierungen über starre Speichervorgaben hinausgehen und strategische Reserven außerhalb des kommerziellen Marktes aufbauen sollten, die nur in Notfällen freigegeben werden. Mehrere EU-Länder, darunter Italien, Polen und Spanien, unterhalten bereits nationale strategische Reserven, die 2025 schätzungsweise 12 Milliarden Kubikmeter umfassten, was etwa 3,5 Prozent des Jahresverbrauchs entspricht.euronews Die Agentur schlug vor, Reserven auf EU- oder internationaler Ebene zu koordinieren und brachte sogar die Möglichkeit ins Spiel, 10 bis 15 Milliarden Kubikmeter Gas in der Ukraine zu speichern, sobald die Bedingungen dies zulassen. Weitere Vorschläge umfassen die Nutzung älterer LNG-Tanker als schwimmende Speicher und gemeinsame Abkommen zur Umleitung von LNG-Ladungen bei Engpässen.euronews ## Angebotskrise verschärft sich Der Speichermangel spiegelt mehrere sich überschneidende Versorgungsstörungen wider. Die faktische Schließung der Straße von Hormus, über die zuvor etwa 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels abgewickelt wurden, blockiert Lieferungen seit Monaten. Zudem beschädigten Streiks im März zwei LNG-Produktionseinheiten im katarischen Ras Laffan-Komplex schwer, was 17 Milliarden Kubikmeter Jahreskapazität – etwa 17 Prozent der katarischen LNG-Exporte – entzog; Reparaturen werden voraussichtlich drei bis fünf Jahre dauern.euronews Analysten von Goldman Sachs The Goldman Sachs Group, Inc. schätzen, dass der TTF-Preis für Dezember 2026 auf über 100 Euro pro MWh steigen könnte, falls sich die Exporte aus dem Nahen Osten nur langsam erholen, um ausreichend LNG nach Europa zu locken.euronews Zusätzlich warnte der Europäische Rechnungshof am Mittwoch, dass der EU-Plan zum Ausstieg aus russischer Energie ins Stocken geraten sei, da die Mitgliedstaaten bisher nur 54,3 Milliarden Euro der von der Kommission veranschlagten 300 Milliarden Euro zugesagt haben. Die Prüfer betonten, dass der Ausstieg aus russischem Gas, einschließlich des vollständigen Verbots russischer LNG-Importe ab dem 1. Januar 2027, zu einem heiklen Zeitpunkt erfolge.unn+1 ## Winterrisiken und Zinsdruck Die Energiekrise wirkt sich bereits auf die Gesamtwirtschaft aus. Die Inflation in der Eurozone erreichte im August 3,3 Prozent, getrieben vor allem durch höhere Energiekosten. Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank um einen Viertelprozentpunkt am Donnerstag fast vollständig ein, was den Einlagensatz auf 2,5 Prozent heben würde. Investoren haben zudem europäische Anleihen verkauft, aus Sorge, dass hohe Energiepreise die Inflation und die Kreditkosten länger hoch halten werden.euronews Laut Oxford Economics liegt der Gasverbrauch der EU weiterhin 15 bis 20 Prozent unter dem Niveau von 2021, was bedeutet, dass der Kontinent mit geringeren Speichermengen auskommen kann – jedoch auf Kosten einer größeren Abhängigkeit von rechtzeitigen und ausreichenden LNG-Importen im Winter.euronews