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ecb.europa.eu.ecb.europa.eu+1.reuters.com.Professionelle Prognostiker haben ihre Inflationsaussichten für die Eurozone deutlich angehoben, und Großunternehmen bereiten sich darauf vor, dass Arbeitnehmer auf höhere Lohnsteigerungen drängen werden. Beide Ergebnisse stammen aus zwei Umfragen der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Freitag, den 30. Oktober, veröffentlicht wurden, einen Tag nachdem die Zentralbank die Zinsen unverändert gelassen hatte. Zusammen zeigen sie, dass der Energieschock im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten länger anhält als von Ökonomen zunächst erwartet, während der Lohndruck erst allmählich zunimmt.
In ihrer Umfrage unter professionellen Prognostikern für das vierte Quartal teilte die EZB mit, dass die Befragten nun eine Gesamtinflation von 3,0 % im Jahr 2026 und 2,6 % im Jahr 2027 erwarten. Das sind 0,3 bzw. 0,4 Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Runde. Die Prognose für 2028 blieb bei 2,0 %. Die EZB erklärte, die Revisionen seien hauptsächlich auf "höhere und hartnäckigere Energiepreise" und deren Folgewirkungen zurückzuführen. Die Prognostiker beließen die Kerninflation für 2026 bei 2,4 %, hoben sie jedoch für 2027 auf 2,5 % und für 2028 auf 2,2 % an. Die längerfristigen Erwartungen blieben bei 2,0 % verankert.ecb.europa.eu
Die meisten Experten erwarten nun, dass der Konflikt 10 bis 12 Monate ab seinem Ausbruch Ende Februar 2026 andauern wird, so die Umfrage. In der vorherigen Runde hatten sie mit ein bis drei Monaten gerechnet. Reuters berichtete, dass die Inflation im letzten Monat fast das Doppelte des EZB-Ziels von 2 % erreichte. Dies könnte die Bank dazu zwingen, die Zinsen im Dezember erneut anzuheben.reuters.com
Die Prognostiker erwarten weiterhin keine Lohn-Preis-Spirale. Sie sehen das Lohnwachstum von 3,3 % in diesem Jahr auf 3,1 % im Jahr 2027 und 2,8 % im Jahr 2028 sinken. Zweitrundeneffekte auf die Inflation werden für 2027 auf etwa 0,1 Prozentpunkte geschätzt, so die EZB.ecb.europa.eu
Eine separate EZB-Zusammenfassung von Gesprächen mit 64 führenden Nicht-Finanzunternehmen, die hauptsächlich zwischen dem 28. September und dem 7. Oktober stattfanden, ergab, dass etwa 40 % der Kontakte aufgrund der konfliktbedingten Inflation höhere Lohnforderungen erwarteten oder ein Risiko dafür sahen. Das war ein Anstieg von 20 % in der vorherigen Runde. Die Unternehmen erwarten weiterhin, dass sich das Lohnwachstum von 3,2 % im Jahr 2025 auf 3,0 % im Jahr 2026 und 2,9 % im Jahr 2027 verlangsamt, berichtete Reuters, jedoch allmählicher als zuvor. Die meisten Kontakte sahen keine nennenswerten Auswirkungen auf die Löhne, unter Verweis auf die schwache Wirtschaftslage und die Beschäftigungsaussichten.reuters.com+2
Die Umfrage zeigte auch eine Spaltung bei der Preissetzungsmacht. Etwa 90 % der konsumentennahen Unternehmen gaben an, dass sie höhere Kosten nur teilweise oder in begrenztem Umfang an die Verkaufspreise weitergeben könnten. Weniger als die Hälfte der Unternehmen, die an andere Unternehmen verkaufen, sagten das Gleiche, so Reuters.reuters.com
Als der EZB-Rat die Zinsen am 29. Oktober unverändert ließ, erklärte er, dass die Löhne "in diesem Stadium keine wesentliche Reaktion zeigen". Er merkte an, dass die Vergütung pro Arbeitnehmer im zweiten Quartal um 3,3 % gestiegen sei. Die EZB habe lange gesagt, dass ein Lohnwachstum von etwa 3 % mit ihrem Inflationsziel vereinbar sei, bemerkte Reuters. Die Unternehmensumfrage vom Freitag deutet darauf hin, dass dieser Komfort schwinden könnte.ecb.europa.eu+1