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streamlinefeedirishexaminer+1fxstreetMehrere Mitglieder des Rats der Europäischen Zentralbank haben in dieser Woche die Tür für eine weitere Zinserhöhung auf der Sitzung am 29. Oktober offengehalten. Damit untermauerten sie einen falkenhaften Ton, der die Märkte trotz der Beteuerung von Notenbankern, keine lohngetriebene Inflationsspirale zu sehen, auf weitere Straffungen einstimmen lässt.
Der irische Zentralbankchef Gabriel Makhlouf erklärte am Donnerstag gegenüber Bloomberg Television, dass die Währungshüter eine Zinserhöhung im nächsten Monat nicht ausschließen können. „In Zeiten der Unsicherheit ist jede Sitzung der Europäischen Zentralbank ergebnisoffen“, sagte er. „Man kann nichts ausschließen, was bei künftigen Sitzungen passieren könnte, aber man kann es auch nicht fest zusagen.“ Makhlouf fügte hinzu, dass er zwar keine besorgniserregenden Zweitrundeneffekte durch den vom Iran-Konflikt ausgelösten Energieschock sehe, die „Inflationsrisiken jedoch weiterhin nach oben gerichtet“ seien.irishexaminer
Lettlands Notenbankchef Martins Kazaks ging noch weiter und forderte am 18. September in einem separaten Bloomberg-Interview in Dublin, dass sich die EZB in ein offen restriktives Terrain bewegen sollte. „Ein Vorstoßen in restriktives Terrain wäre aus meiner Sicht angemessen“, so Kazaks. Er wies darauf hin, dass sich die Produktionslücke im Euroraum im nächsten Jahr voraussichtlich schließen wird, was die Weitergabe höherer Energiekosten an Löhne und Preise verstärken könnte. In einem Reuters-Interview vier Tage zuvor hatte Kazaks die Vorstellung zurückgewiesen, dass 2,50 Prozent, das obere Ende der neutralen Spanne der EZB, eine Obergrenze für die Zinsen darstellt.streamlinefeed
Finnlands Notenbankchef Olli Rehn, der normalerweise zu den eher taubenhaften Stimmen im Rat gehört, schlug einen ausgewogenen Ton an, widersprach den Markterwartungen bezüglich weiterer Zinserhöhungen jedoch nicht. Bei einer OMFIF-Veranstaltung in London erklärte Rehn, dass der Energieschock im Nahen Osten noch nicht auf die breiteren Preise oder Löhne übergegriffen habe und Zweitrundeneffekte weiterhin ausblieben. ING-Analyst Francesco Pesole merkte an, dass Rehns Zurückhaltung „bestätigt, dass das Lager der Tauben derzeit schwach ist“.fxstreet+1
Alle drei Notenbanker erklärten, sie sähen keine Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale: ein Punkt, den ING als „gewissermaßen unvereinbar mit dem vorherrschenden falkenhaften Narrativ“ bezeichnete. Dennoch nutzte keiner das Ausbleiben von Zweitrundeneffekten, um gegen eine weitere Straffung zu argumentieren. Die Märkte preisen nun mindestens drei weitere Zinsschritte um jeweils einen Viertelprozentpunkt in den nächsten 12 Monaten ein.investing+1
Die EZB hatte ihren Einlagenzins am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent angehoben, was die zweite Erhöhung im Jahr 2026 war. Nur wenige Tage später hob die Federal Reserve ihren Leitzins auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Erhöhung seit Juli 2023, wobei der „Dot Plot“ weitere Schritte signalisierte. Das Währungspaar EUR/USD fiel von fast 1,1610 nach dem EZB-Entscheid auf ein Siebenwochentief von rund 1,1460 nach dem Fed-Schritt, was verdeutlicht, dass die Dollar-Seite der Gleichung derzeit schwerer wiegt.tradingnews
EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird im Laufe des Freitags sprechen, wobei Analysten so kurz nach der Entscheidung der vergangenen Woche kaum neue Signale erwarten. Die Inflation im Euroraum liegt mit 3,3 Prozent deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der EZB, und die Preise für Öl und Erdgas steigen angesichts des Nahostkonflikts weiter an.fxstreet+1