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ecb.europa+1ecb.europabbh+1Die am Freitag veröffentlichte Umfrage der Europäischen Zentralbank unter professionellen Prognostikern für das dritte Quartal 2026 ergab, dass die Gesamtinflationserwartungen für 2026 unverändert bei 2,7 % lagen, bevor sie 2027 auf 2,2 % sinken und bis 2028 das EZB-Ziel von 2,0 % erreichen. Gleichzeitig senkten die Experten ihre Wachstumsprognose für 2026 von 1,0 % in der vorherigen Runde auf 0,6 %: eine deutliche Abwärtskorrektur um 0,4 Prozentpunkte, die im Wesentlichen auf ein schwaches BIP-Ergebnis im ersten Quartal und eine Verschlechterung der Stimmung zurückzuführen ist.ecb.europa+1
Die Umfrage ergab, dass indirekte Effekte und Zweitrundeneffekte des Energieschocks im Nahen Osten voraussichtlich begrenzt bleiben und sich auf das Jahr 2026 konzentrieren werden. Die Prognostiker schätzten die indirekten Effekte auf die Gesamtinflation im Jahr 2026 auf rund 0,2 Prozentpunkte, während die Zweitrundeneffekte sowohl 2026 als auch 2027 weniger als 0,1 Prozentpunkte betragen dürften. Der jüngste Rückgang der Öl- und Gaspreise nach der Deeskalation des Konflikts Mitte Juni und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus trug dazu bei, die Erwartungen an eine Weitergabe der Kosten zu dämpfen.ecb.europa
Die langfristigen Inflationserwartungen blieben bei 2,0 % verankert, wobei rund 65 % der Befragten genau 2,0 % erwarteten, verglichen mit 55 % in der vorherigen Runde. Die Kerninflationserwartungen für 2026 wurden jedoch auf 2,4 % nach oben korrigiert, was auf höher als erwartet ausgefallene Daten der jüngsten Zeit zurückzuführen ist.ecb.europa
Die Kürzung der Wachstumsprognose für 2026 um 0,4 Prozentpunkte wurde in erster Linie darauf zurückgeführt, dass das BIP der Eurozone im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 % schrumpfte und damit deutlich unter den Erwartungen lag. Mehrere Befragte merkten an, dass dies weitgehend auf einen starken Rückgang in Irland zurückzuführen war. Ohne Irland lag das Wachstum bei 0,3 %. Eine spätere Aufwärtsrevision der irischen Daten bedeutet, dass sich ein Teil der Abwärtskorrektur in der nächsten Umfragerunde mechanisch auflösen könnte.ecb.europa
Neben den statistischen Effekten wiesen die Befragten auf eine Stimmungsverschlechterung, insbesondere in Deutschland, sowie auf die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Energiepreise hin, die die Aussichten für 2026 und 2027 belasten. Dennoch beschrieb die Mehrheit der Prognostiker die Wirtschaft des Euroraums ohne die irische Verzerrung als recht widerstandsfähig.ecb.europa
Unabhängig davon zeigte die Anfang dieser Woche veröffentlichte EZB-Umfrage zum Finanzierungszugang von Unternehmen, dass mehr als 5.000 Unternehmen in der Eurozone für das kommende Jahr nun von einer Steigerung der Verkaufspreise um 3,2 % ausgehen, verglichen mit 3,5 % drei Monate zuvor. Die Lohnwachstumserwartungen schwächten sich von 2,8 % auf 2,5 % ab, während bei den sonstigen Inputkosten ein Anstieg um 5,2 % erwartet wird, verglichen mit zuvor 5,8 %. Reuters berichtete, dass diese Ergebnisse die Signale verstärken, wonach die energiebedingte Inflationswelle bislang keine Zweitrundeneffekte auf die Preise ausgelöst hat.wtvbam+1
Die EZB kommt am Donnerstag zu ihrer Zinsentscheidung zusammen. An den Märkten wird weitgehend erwartet, dass der Leitzins nach der Anhebung um 25 Basispunkte im Juni unverändert bei 2,25 % belassen wird.bbh+1