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euronews+1CNBC+1Reuters+1Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag die Zinsen erhöht und ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % angehoben. Dies ist die erste Erhöhung der Institution seit fast drei Jahren, da der Krieg im Iran die Energiepreise und die Inflation in der gesamten Eurozone in die Höhe treibt.euronews+1
Der Schritt, der seit Wochen angekündigt war und von den Märkten bereits vollständig eingepreist wurde, führte auch zu einem Anstieg des Hauptrefinanzierungssatzes auf 2,40 % und des Spitzenrefinanzierungssatzes auf 2,65 %. Dies stellt ein entschiedenes Ende des Lockerungszyklus dar, der die EZB-Politik während eines Großteils der Jahre 2024 und 2025 prägte, als die Zinsen stetig von ihren Höchstständen nach der Pandemie gesenkt wurden.euronews
„Die Situation im Nahen Osten erzeugt Inflationsdruck, und unsere Entscheidung, die Zinsen zu erhöhen, ist angesichts verschiedener Szenarien, wie sich dieser Schock entwickeln und den mittelfristigen Ausblick für die Eurozone beeinflussen könnte, solide“, so die EZB in ihrer Stellungnahme. Die Zentralbank revidierte zudem ihre Inflationsprognose für 2026 von den im März prognostizierten 2,6 % auf 3,0 % nach oben und hob ihre Prognose für 2027 von 2,0 % auf 2,3 % an.Reuters
Die Zinserhöhung erfolgt zu einer Zeit, in der die Eurozone mit einer beunruhigenden Kombination aus steigenden Preisen und schwächelndem Wachstum konfrontiert ist. Die Inflation in der Eurozone beschleunigte sich im Mai auf 3,2 % – den höchsten Stand seit September 2023 –, angetrieben durch einen Anstieg der Energiekosten um 10,9 %, der mit Störungen in der Straße von Hormus zusammenhängt, so Eurostat-Daten. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel ausschließt, stieg ebenfalls unerwartet auf 2,5 %.CNBC+2
Unterdessen schrumpfte die Wirtschaft des Blocks im ersten Quartal 2026 um 0,2 %, was eine deutliche Abwärtskorrektur gegenüber den ursprünglichen Schätzungen eines Wachstums von 0,1 % darstellt und den ersten vierteljährlichen Rückgang seit Ende 2022 markiert. Der Rückgang wurde stark durch einen Einbruch des irischen BIP um 12,1 % beeinflusst, obwohl auch Frankreich schrumpfte und die Anlageinvestitionen im gesamten Block zurückgingen.TRADING ECONOMICS+2
Eine Reuters-Umfrage ergab, dass mehr als 60 % der Ökonomen eine weitere Zinserhöhung im September erwarten, während die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 % für diesen Schritt einpreisen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde Euronext N.V. sollte sich am Donnerstag um 14:45 Uhr MEZ an die Presse wenden, wo sie voraussichtlich die Forward Guidance des EZB-Rats erläutern würde.reuters+2
Der Ökonom der Bank of America, Ruben Segura-Cayuela, erwartet zwei Erhöhungen um einen Viertelprozentpunkt im Juni und Juli, wodurch der Einlagensatz auf 2,5 % steigen würde, räumt jedoch ein, dass schwächere Wirtschaftsdaten den zweiten Schritt auf September verschieben könnten. Die zentrale Frage, vor der die politischen Entscheidungsträger nun stehen, ist, ob die fragile Wirtschaft der Eurozone eine straffere Geldpolitik verkraften kann, selbst wenn die energiebedingte Inflation keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt.Euronews