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93.3 The Drive+1Morningstar, Inc.+1youtube+1Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagensatz am Donnerstag unverändert bei 2,25 % belassen und nach ihrer Zinsanhebung im Juni eine Pause eingelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der erneuten Feindseligkeiten im Nahen Osten und der steigenden Energiepreise zu bewerten. Die Entscheidung war von Ökonomen und Märkten weitgehend erwartet worden und belässt die EZB als einzige große Zentralbank, die sich im Jahr 2026 aktiv im Straffungsmodus befindet.
Die Pause erfolgt sechs Wochen, nachdem die EZB die Zinsen im Juni um 25 Basispunkte angehoben hatte, ihre erste Erhöhung seit 2023, als Reaktion auf einen durch den Iran-Konflikt ausgelösten Ölpreisanstieg, der die Inflation im Euroraum wieder über das 2-Prozent-Ziel der Bank trieb. Alle 74 Ökonomen einer Reuters-Umfrage vom 13. bis 16. Juli hatten erwartet, dass die EZB diesen Monat Füße stillhält.European Central Bank+2
Dennoch bleibt die Tür für eine weitere Straffung weit offen. Laut Reuters wird die EZB "die Tür für eine weitere Zinsanhebung im September weit offen halten, da ein erneuter Anstieg der Energiepreise weiteren Aufwärtsdruck auf die Inflation auszuüben droht." Die Finanzmärkte preisen nun zwei bis drei weitere Zinsanhebungen ein, wobei der erste Schritt bis Oktober und der zweite bis zum nächsten April vollständig eingepreist ist.93.3 The Drive
An den Zinsswapmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf der nächsten EZB-Sitzung am 10. September laut Morningstar auf 85 % beziffert. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass 70 % der Befragten, 52 von 74 Ökonomen, in diesem Jahr eine weitere Anhebung erwarten, voraussichtlich im September.Morningstar, Inc.+1
"Nachdem die EZB im vergangenen Monat entschlossen gehandelt hat, besteht kein Grund zur Eile, die Zinsen in diesem Monat erneut anzuheben", sagte Michael Field, Chefstratege für europäische Märkte bei Morningstar. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING, merkte an, dass das Fehlen neuer Stabsprojektionen zu Inflation und Wachstum einen unmittelbaren Schritt unwahrscheinlich mache.Morningstar, Inc.
Die EZB-Stabsprojektionen vom Juni sehen die Gesamtinflation bei durchschnittlich 3,0 % im Jahr 2026, 2,3 % im Jahr 2027 und 2,0 % im Jahr 2028. Der Konflikt im Nahen Osten, einschließlich der Angriffe auf Tanker im Roten Meer, die die Rohölpreise nach oben getrieben haben, bleibt die zentrale Unsicherheit. Bloomberg berichtete vergangene Woche, dass die Währungshüter zwar zunächst Zuversicht aus den Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran schöpften, ein erneutes Aufflammen den Ausblick jedoch kompliziert habe.youtube+3
EZB-Ratsmitglied Pierre Wunsch erklärte gegenüber Reuters im Juni, dass die Bank möglicherweise eine weitere Anhebung benötige, "wenn wir diesen Trend fortsetzen sehen", dass sich die Inflation über Energie hinaus auf Dienstleistungen und Löhne ausbreitet. Sein Kollege Martins Kazaks erklärte jedoch, es gebe angesichts der damaligen diplomatischen Fortschritte "keine Eile". Die September-Sitzung zeichnet sich nun als entscheidender Moment für den nächsten Schritt der EZB ab.Bloomberg+1