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bloomberg+1nationthailandinvestingliveBundesbank-Präsident Joachim Nagel sagte am Dienstag, dass die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zwar noch im neutralen Bereich lägen, ein Schritt in ein leicht restriktives Niveau jedoch nicht ausgeschlossen werden könne, falls anhaltend hohe Energiepreise die Inflation weiter über das Ziel treiben sollten.
"Ich kann nicht ausschließen, dass wir, wenn wir mit solchen höheren Energiepreisen konfrontiert sind, in den leicht restriktiven Bereich der Geldpolitik gehen müssen", sagte Nagel am 22. September bei einer Veranstaltung der Society of Professional Economists in London. Der Leitzins der EZB liegt bei 2,5 Prozent, ein Niveau, das Nagel als weder bremsend noch stimulierend für das Wirtschaftswachstum beschrieb.bloomberg+2
Nagel stellte die Energiepreise in den Mittelpunkt der geldpolitischen Debatte und sagte, Öl sei für den EZB-Rat in den letzten vier Jahren "ein relevanterer Indikator" geworden. Er betonte, dass die Entscheidungsträger die Energiekosten in ihre Überlegungen einbeziehen müssten, merkte jedoch an, dass Öl bei weitem nicht die einzige Variable sei, die berücksichtigt werde.investinglive+1
Zur allgemeinen Inflationsdynamik sagte Nagel, er habe noch keine Zweitrundeneffekte gesehen, also den Prozess, bei dem ein anfänglicher Energieschock auf Löhne und breitere Preise durchschlägt. Er warnte jedoch, dass die Kerninflation weiterhin zu hoch sei und die Entscheidungsträger "wachsam" blieben. Er fügte hinzu, dass er sich über die Entwicklungen am Arbeitsmarkt keine besonderen Sorgen mache, da die Bedingungen deutlich entspannter seien als während der Lohn-Preis-Spirale im Jahr 2022.nationthailand+2
Unabhängig davon warnte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane am Dienstag, dass eine zweite Welle von Energiepreiserhöhungen die Inflation länger hoch halten werde. In einem Interview mit der Schweizer Tageszeitung Le Temps prognostizierte Lane, dass die Inflation im Euroraum erst gegen Mitte nächsten Jahres wieder auf das Ziel von 2 Prozent zurückkehren werde. Die Verbraucherpreisinflation im Euroraum erreichte im letzten Monat 3,2 Prozent, den höchsten Stand seit etwa drei Jahren.news.sbs
Die EZB hat ihre drei Leitzinsen am 10. September um 25 Basispunkte angehoben, und die Märkte preisen für das kommende Jahr drei bis vier weitere Anhebungen ein. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Vizepräsident Boris Vujčić haben diesen Erwartungen widersprochen und argumentiert, dass sich die Zinsen nicht im Gleichschritt mit den Ölpreisen bewegen, was darauf hindeutet, dass die EZB möglicherweise bis Dezember mit weiteren Maßnahmen wartet.nationthailand
Die restriktiven Signale kommen vor dem Hintergrund anhaltender Energieversorgungsstörungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Brent-Rohöl notierte am Dienstag bei 99,25 Dollar pro Barrel, nachdem Saudi-Arabien seine Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb genommen hatte und die Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus gestiegen waren. Die Dieselpreise haben in Europa Rekordhöhen erreicht, da Kriege im Iran und in der Ukraine die Exporte großer Produzenten reduziert haben.nationthailand
Nagel beschrieb den Kommunikationsansatz der EZB als eine Mischung aus "konstruktiver Mehrdeutigkeit" und expliziter Forward Guidance und sagte, er sehe wenig Marktunsicherheit darüber, was die Entscheidungen des Rates antreibe.fxstreet+1