Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

theedgemarkets+1marketscreenermarketscreenerDie BMW Bayerische Motoren Werke AG hat am Mittwoch ein freiwilliges Abfindungsprogramm angekündigt, durch das bis Ende 2027 weltweit rund 8.000 Stellen wegfallen sollen. Damit leitet der Konzern als letzter großer deutscher Automobilhersteller angesichts des zunehmenden Drucks auf die Branche einen umfassenden Stellenabbau ein.
Das Programm, das nach rund sechswöchigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart wurde, soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen. Es richtet sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur und AFP an alle Beschäftigten in Deutschland außerhalb der direkten Produktion. Etwa 40.000 der rund 85.000 festangestellten BMW-Mitarbeiter in Deutschland in Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen kommen für Abfindungspakete infrage, während Produktionsbeschäftigte ausgenommen bleiben. Da mehr als die Hälfte der weltweit knapp 154.000 BMW-Mitarbeiter in Deutschland tätig ist, wird der Großteil des Abbaus voraussichtlich dort erfolgen.marketscreener+2
Auf einer Betriebsversammlung, auf der die Pläne vorgestellt wurden, räumte CEO Milan Nedeljkovic, der Mitte Mai die Nachfolge von Oliver Zipse angetreten hatte, das Ausmaß der Herausforderung ein. „Ich bin mir bewusst, dass die bevorstehende Zeit uns allen viel abverlangen wird. Aber wir müssen dafür sorgen, dass unser Unternehmen wieder profitabler und wettbewerbsfähiger wird“, sagte er laut MarketScreener vor den Beschäftigten.marketscreener
Nedeljkovic verwies auf eine „wesentliche Veränderung der Spielregeln für unsere Branche“ und kritisierte „politische Vorgaben, die am Markt vorbeigehen“. Das Unternehmen müsse seine „Strukturen und Prozesse schnell und entschlossen schlanker aufstellen“. Die Ankündigung folgt auf eine Gewinnwarnung, die er Mitte Juni, nur einen Monat nach seinem Antritt als CEO, herausgegeben hatte.marketscreener
Der Schritt von BMW spiegelt Maßnahmen wider, die in der deutschen Automobilbranche bereits ergriffen wurden. Volkswagen, Mercedes Mercedes-Benz Group AG, Audi und Porsche Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG hatten bereits im vergangenen Jahr Stellenstreichungen angekündigt, teils in deutlich größerem Umfang. Erst diese Woche kündigte Porsche den Abbau von weiteren 5.000 Stellen an. Die Branche kämpft mit einer Flaute auf dem chinesischen Markt, einer Verschärfung des Wettbewerbs durch chinesische Automobilhersteller, US-Zöllen sowie breiteren geopolitischen Verwerfungen.marketscreener
Die finanziellen Auswirkungen der Umstrukturierung bleiben teilweise unklar. Finanzvorstand Walter Mertl deutete im Juni an, dass Einmalbelastungen von rund 1 Milliarde Euro anfallen dürften, wobei unklar war, wie viel davon rein auf den Personalabbau entfällt. BMW wird am Donnerstag seine Halbjahreszahlen vorlegen und damit das erste detaillierte Finanzbild unter Nedeljkovic' Führung präsentieren.marketscreener
Horst Ott, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, erklärte, BMW reagiere „auf den einbrechenden Markt in China und arbeitet gleichzeitig daran, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte zu stärken“. Er fügte hinzu, dass der Abbau „unter Nutzung der zwischen Belegschaft und Management vereinbarten Instrumente“ erfolgen werde.marketscreener