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nature+1mpib-berlin.mpg+1mpib-berlin.mpg+1Armut, Rassismus und andere Formen sozialer Benachteiligung hinterlassen messbare Spuren in der menschlichen Biologie und beschleunigen das Tempo, mit dem der Körper altert – und die Auswirkungen beginnen bereits in der Kindheit, so eine umfassende neue Studie, die am Freitag in Nature Human Behaviour veröffentlicht wurde.nature
Die Meta-Analyse, die vom Biosocial-Team des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und Forschern der Columbia University in New York geleitet wurde, fasste 1.065 Effektstärken aus 140 Studien mit 65.919 Teilnehmern im Alter von Neugeborenen bis zu 86-Jährigen zusammen. Die Ergebnisse bieten nach Einschätzung der Forscher die bisher umfassendste Bewertung darüber, wie soziale Bedingungen mit epigenetischen Maßen des biologischen Alterns zusammenhängen.mpib-berlin.mpg+1
Epigenetische Uhren analysieren Muster chemischer Markierungen auf der DNA, um das biologische Alter einer Person oder das Tempo, mit dem ihr Körper verfällt, abzuschätzen. Die Studie ergab, dass Menschen, die soziale Benachteiligung erfahren, bei diesen Messungen durchweg eine schnellere biologische Alterung aufweisen – allerdings erfassen nicht alle Uhren diesen Zusammenhang gleichermaßen.mpib-berlin.mpg+1
Uhren der ersten Generation, die hauptsächlich zur Schätzung des chronologischen Alters entwickelt wurden, zeigten nur schwache Zusammenhänge mit sozioökonomischen Bedingungen. Uhren der zweiten Generation, die Gesundheits- und Sterblichkeitsrisiken widerspiegeln, und Uhren der dritten Generation, die das Tempo des Alterns selbst messen, zeigten wesentlich stärkere Verbindungen zu Armut und Diskriminierung. Dieses Ergebnis hat praktische Auswirkungen für Forscher, die Instrumente zur Untersuchung des Einflusses von Umgebungsfaktoren auf die Gesundheit auswählen.myscience+1
In den in die Analyse einbezogenen US-Studien zeigten schwarze Teilnehmer bei Messungen mit den neueren Uhren eine schnellere biologische Alterung als weiße Teilnehmer. Unterschiede zwischen Latinx- und weißen Teilnehmern wurden ebenfalls beobachtet, wenn auch etwas geringer. Die Forscher stellten fest, dass Erwachsene, die in benachteiligten Familien aufwuchsen, dazu neigen, später im Leben biologisch schneller zu altern, selbst Jahrzehnte nach den Belastungen in der Kindheit.mpib-berlin.mpg
Besonders auffällig ist, dass Anzeichen für eine beschleunigte Alterung im Zusammenhang mit sozialer Benachteiligung bereits bei Kindern sichtbar waren, was darauf hindeutet, dass Ungleichheit die Biologie schon in jungen Jahren prägen kann.eurekalert+1
Das Team unter der Leitung der Erstautoren Y. E. Willems und A. D. Rezaki sowie des Seniorautors L. Raffington schlägt vor, dass die Ergebnisse Wissenschaftlern helfen könnten, zu bewerten, ob Interventionen – wie Armutsbekämpfungsprogramme oder Bildungspolitik – das biologische Altern verlangsamen und langfristige Gesundheitsergebnisse verbessern können. Die Studie stützt sich auf Forschungsergebnisse aus 23 Ländern und unterstreicht, dass der biologische Tribut sozialer Ungleichheit nicht auf eine einzelne Bevölkerungsgruppe oder Geografie beschränkt ist.myscience+1