Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

labrujulaverde+2.smarthistory+1.smarthistory.labrujulaverde+1.labrujulaverde+1.Archäologen des Institute of Archaeology of Mérida haben am tartessischen Fundort Casas del Turuñuelo im Südwesten Spaniens den vermutlich ältesten griechischen Marmoraltar im westlichen Mittelmeerraum entdeckt. Er stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und wurde aus prokonnesischem Marmor gefertigt, der von der Insel Marmara in der heutigen Türkei stammt.
Prokonnesischer Marmor, das Material, aus dem der Altar in Casas del Turuñuelo gefertigt wurde, stammte aus dem antiken Prokonnesos (der heutigen Insel Marmara) im Marmarameer in der Türkei. Dieser markante, mittel- bis grobkörnige weiße Marmor, der oft charakteristische graue Adern aufweist, war in der Antike einer der am häufigsten abgebauten und am weitesten verbreiteten Marmorarten. Die Steinbrüche der Insel erstrecken sich über eine beeindruckende Fläche von mehr als 40 km² rund um den Hafen von Saraylar, der als Hauptexporthafen für dieses geschätzte Material diente.marmoraasiatica.uw+1
Der Abbau des Marmors begann bereits in der archaischen Zeit (6. Jahrhundert v. Chr.). Zu den bemerkenswerten frühen Verwendungen zählen das erste Artemision in Ephesos und die Fassade des Palastes von Mausolos in Halikarnassos. Während der in Spanien entdeckte Altar ein seltenes Beispiel für den westlichen Mittelmeerraum darstellt, wurde prokonnesischer Marmor in der gesamten antiken Welt für prestigeträchtige Projekte verwendet, darunter die Hagia Sophia und die Blaue Moschee in Istanbul, der Tempel der Artemis in Ephesus, die Maxentiusbasilika und der Septimius-Severus-Bogen in Rom. Die weite Verbreitung des Marmors, obwohl er qualitativ nicht an Luna- oder Parian-Marmor heranreichte, spricht für die strategische Lage der Steinbrüche mit exzellentem Zugang zum Meer, was den Transport dieses schweren Materials über große Entfernungen wirtschaftlich rentabel machte.artofmaking+3
Die Entdeckung des griechischen Marmoraltars in Casas del Turuñuelo liefert überzeugende Beweise für hochentwickelte Handelsnetzwerke zwischen der tartessischen Zivilisation und der griechischen Welt. Dieser Fundort im Landesinneren, weit entfernt von typischen Küstenhandelsplätzen, enthielt nicht nur den prokonnesischen Marmoraltar, sondern auch attische Trinkbecher, mazedonisches Glas und Fragmente von Skulpturen aus pentelischem Marmor. Diese Funde stellen die traditionelle Sichtweise von Tartessos als bloßer passiver Empfänger griechischer und phönizischer Kultur in Frage und offenbaren stattdessen eine Gesellschaft mit weitreichenden mediterranen Verbindungen und beträchtlicher wirtschaftlicher Macht.arkeonews+1
Das Vorhandensein solch wertvoller Importgüter tief auf der Iberischen Halbinsel zeigt, dass der tartessische Einfluss weit über die Küstengebiete hinausreichte; griechische Keramik wurde sogar so weit nördlich wie in Cabezo de Alcalá in Aragón gefunden. Die Tartessier nutzten ihren mineralischen Reichtum – insbesondere Metalle und Erze –, um diese weitreichenden Handelsbeziehungen aufzubauen. Ihre kommerzielle Raffinesse wird durch die wirtschaftliche Infrastruktur des Fundortes weiter belegt, darunter Brennöfen, Webgewichte, Getreidemühlen und eine seltene Töpferscheibe aus Bronze, die die vielfältigen Produktionsaktivitäten unterstreicht, welche ihre Teilnahme an mediterranen Austauschnetzwerken unterstützten. Dieses komplexe Handelssystem veränderte die tartessische Gesellschaft grundlegend, da sie schnell östliche Baustile, Kunstformen und kulturelle Praktiken annahm und gleichzeitig ihre eigene Identität bewahrte.factcheck.afp+1
Die Datierung des Altars auf das 5. Jahrhundert v. Chr. ordnet ihn in eine bedeutende Periode der griechischen kulturellen Expansion im gesamten Mittelmeerraum ein. Archäologische Analysen bestätigen diesen Zeitraum aufgrund der stilistischen Merkmale des Altars und seines Fundkontexts zusammen mit anderen zeitgenössischen Artefakten in Casas del Turuñuelo. Diese Datierung macht ihn nicht nur zum ältesten griechischen Marmoraltar im westlichen Mittelmeerraum, sondern auch zu einem seltenen Beispiel für asiatischen Marmor, der so weit im Landesinneren der Iberischen Halbinsel gefunden wurde.greekreporter+2
Die Chronologie des Altars stimmt mit der Blütezeit der tartessischen Kultur überein, die zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert v. Chr. im Süden Iberiens florierte. Seine zeremonielle Platzierung inmitten von Luxusgütern, darunter attische Keramikbecher, unterstreicht die rituelle Bedeutung des Ortes in dieser Zeit. Dieser Zeitpunkt ist besonders bemerkenswert, da er den Höhepunkt des griechischen Einflusses in der Region vor dem Aufstieg der römischen Macht darstellt, ähnlich wie bei anderen hellenischen Kulturobjekten, die an anderen Orten im Mittelmeerraum gefunden wurden, wie etwa der Altar, der in Segesta auf Sizilien entdeckt wurde.arkeonews+2