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reuters+1defensenews+1aspistrategistRussland hat in der Nacht zum Mittwoch einen massiven Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen auf Kiew durchgeführt. Dabei wurden mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete dies als direkte Folge des Versäumnisses der Verbündeten, die ukrainischen Luftabwehrbestände aufzustocken. Der Angriff verdeutlichte eine wachsende globale Krise: Die Vereinigten Staaten haben im Zuge ihres Krieges mit dem Iran den Großteil ihres Bestands an schweren Abfangraketen aufgebraucht, was Verbündete weltweit in eine gefährliche Schutzlosigkeit entlässt.reuters
Laut einer Analyse des Center for Strategic and International Studies haben die USA rund 65 Prozent ihres Patriot-Bestands aus der Vorkriegszeit aufgebraucht. Von einem geschätzten Vorkriegsbestand von etwa 2.200 Raketen sind damit weniger als 1.000 übrig. Noch dramatischer ist die Lage beim THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense): CNN berichtete, dass fast 80 Prozent der THAAD-Abfangraketen verbraucht wurden, wodurch der Bestand von rund 452 auf nur noch 234 Raketen geschrumpft ist.abcnews+3
„Wir haben nicht genug Munition, um einen langfristigen Kampf durchzustehen“, warnte der republikanische Abgeordnete Tom Cole aus Oklahoma, Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses. Das Magazin The Atlantic berichtete, dass die verbleibenden Vorräte bei einigen Munitionsarten nur noch 20 Prozent dessen betragen, was das Pentagon gerne auf Lager hätte. Es wird prognostiziert, dass das Angebot erst um das Jahr 2030 die Nachfrage decken kann.aspistrategist+1
Der Mangel hat die Ukraine extrem verwundbar gemacht. Das Wall Street Journal News Corp berichtete am Donnerstag, Kiew sei „diesen Sommer durch den weltweiten Mangel an Patriot-Luftabwehrraketen schutzlos ausgeliefert gewesen“, wobei der Angriff am Mittwoch ein Kinderkrankenhaus und eine Schule traf. Das Australian Strategic Policy Institute stellte fest, dass der geschrumpfte amerikanische Raketenschutzschirm bedeutet, dass „Russland Städte und Kraftwerke nun praktisch nach Belieben bombardieren kann“.wsj+1
Erschwerend für die Ukraine kommt hinzu, dass Präsident Trump Ende Juli ein auf dem NATO-Gipfel in Ankara gegebenes Versprechen zurücknahm, der Ukraine eine Produktionslizenz für Patriot-Raketen zu erteilen. „Dem haben wir nicht zugestimmt“, sagte Trump während einer Kabinettssitzung am 25. Juli und begründete dies mit Bedenken hinsichtlich der Weitergabe sensibler Technologien. Reuters berichtete Anfang August, dass US-Beamte die Gespräche trotz Trumps öffentlicher Skepsis weiter vorantrieben.abcnews+2
Die Krise reicht weit über die Ukraine hinaus. Bei Produktionszeiten von 42 Monaten für eine Patriot-Rakete und 53 Monaten für eine THAAD-Rakete wird der Wiederaufbau der Bestände Jahre dauern. Das Pentagon zahlt Lockheed Martin und der RTX Corporation Dutzende Milliarden, um die Produktion hochzufahren, doch Verbündete, die auf Abfangraketen aus US-Produktion angewiesen sind, stehen vor einer anhaltenden Versorgungslücke.aspistrategist
Die Ukraine versucht, diese Lücke im eigenen Land zu schließen. Im Rahmen der Freya-Initiative entwickelt das ukrainische Unternehmen Fire Point die Abfangrakete FP-7.x mit einem in Deutschland hergestellten Infrarot-Suchkopf von Diehl. Ziel ist es, diese bis Juli 2027 gegen ein ballistisches Ziel zu testen, bei prognostizierten Kosten von 700.000 US-Dollar pro Rakete. „Wir versuchen, ein Programm, das normalerweise 20 bis 30 Jahre dauert, in den Rahmen von wenigen Jahren zu pressen“, sagte Fire-Point-CEO Iryna Terekh.aspistrategist