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apnews+1cbc+1apnews+1Die Vereinigten Staaten haben am frühen Samstagmorgen Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Zuvor waren wochenlange Verhandlungen gescheitert. Dies stellt die bislang aggressivste Handelsmaßnahme zwischen den beiden größten Handelspartnern und historischen Verbündeten dar.
Kanadas Premierminister Mark Carney brach die Handelsgespräche umgehend ab und versprach, die Zölle „Dollar für Dollar auszugleichen, um unsere Arbeiter und Unternehmen zu schützen“. Er wies sein Verhandlungsteam an, nach Ottawa zurückzukehren. Der Abbruch erfolgte nur wenige Tage, nachdem beide Seiten signalisiert hatten, eine Einigung stehe kurz bevor. US-Präsident Trump hatte Anfang der Woche noch erklärt, beide Länder hätten sich vorbehaltlich der finalen Dokumente geeinigt.apnews+2
Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer gab Kanada die Schuld am Scheitern und erklärte Reportern kurz vor Mitternacht: „Kanada hat sich geweigert, das Handelsabkommen zu den Anfang dieser Woche vereinbarten Bedingungen abzuschließen. Neue Forderungen und das Zurückweichen von anderen Zusagen durch Kanada haben das mühsam gefundene Gleichgewicht der letzten Tage zunichte gemacht“.cbc+1
Carney stellte die Ereignisse völlig anders dar und sagte: „Die in letzter Minute von den USA vorgeschlagenen Änderungen waren ungerecht, unwirtschaftlich und stellten die Verlässlichkeit jeglicher Vereinbarung infrage“. Kanada hatte laut einem hochrangigen Regierungsbeamten Zugeständnisse bei den bestehenden 25-Prozent-Zöllen auf Stahl, Aluminium, Autos und Holz angestrebt, welche die USA jedoch nicht gewähren wollten.apnews+2
Die Zölle, die auf Basis von Paragraf 338 des US-Zollgesetzes von 1930 verhängt wurden, einer Bestimmung, die noch nie zuvor zur Erhebung von Zöllen herangezogen wurde, betreffen etwa 5 Prozent der jährlichen kanadischen Exporte in die USA. Sie treffen Produkte von Hockeyschlägern und Wein bis hin zu Sperrholz und Elektrogeräten. Energie, kritische Mineralien und Kali wurden ausgenommen.nbcnews+2
Weitere Gespräche sind nicht geplant. Das Scheitern bedeutet einen beispiellosen Bruch zwischen zwei Ländern, die im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von 880 Milliarden US-Dollar austauschten und eine 5.525 Meilen lange, ungesicherte Grenze teilen.npr+1
Candace Laing, Präsidentin der kanadischen Handelskammer, bezeichnete die Zölle als „schweren Schlag für die nordamerikanische Wettbewerbsfähigkeit“. Ryan Majerus, Partner bei King & Spalding und ehemaliger US-Handelsbeamter, warnte: „Beide Seiten werden in den kommenden Tagen unter immensem Druck stehen, doch noch einen Ausweg zu finden. Wenn Kanada jedoch ebenfalls Zölle verhängt, könnte dieser Ausweg noch schwerer zu finden sein“.apnews+1
Die Eskalation lässt die Zukunft des USMCA-Abkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada zweifelhaft erscheinen, dem Handelspakt, den Trump in seiner ersten Amtszeit ausgehandelt hatte. Formelle Gespräche über eine Verlängerung mit Kanada haben noch nicht begonnen, und Barry Appleton, Senior Fellow am Center for International Law der New York Law School, wies darauf hin, dass sich beide Regierungen nun öffentlich auf Positionen festgelegt haben, von denen ein Rückzug schwierig sein wird: „Beide Seiten haben sich nun öffentlich festgelegt, und so wird eine Eskalation unumgänglich“.npr