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marketwatch+1reuters+1bloombergDer Philadelphia Semiconductor Index fiel am Donnerstag unter die vielbeachtete Marke von 12.000 Punkten und schloss bei rund 11.841 Punkten, was einem Tagesverlust von etwa 4,5 % entspricht. Damit beschleunigte sich der seit Wochen anhaltende Ausverkauf bei Chip-Aktien, was Analysten zufolge in einen echten Bärenmarkt münden könnte.marketwatch+1
Der Index liegt nun rund 19 % unter seinem am 22. Juni erreichten Rekordschlussstand. Laut MarketWatch würde ein Schlusskurs von 11.707,78 Punkten oder darunter offiziell einen Rückgang von 20 % gegenüber dem Höchststand markieren, was der Standarddefinition eines Bärenmarktes entspricht. Am Freitagmorgen berichtete Bloomberg, dass die US-Aktien-Futures weiter nachgaben und der SOX kurz vor einem Bärenmarkt stehe und die Verluste vom Donnerstag ausweiten dürfte.bloomberg+1
Der Ausverkauf markiert eine scharfe Kehrtwende für Chip-Aktien, die sich zwischen Ende März und Mitte Juni aufgrund der boomenden KI-Nachfrage mehr als verdoppelt hatten. Jared Blikre von Yahoo Finance stellte fest, dass viele der 30 im Index enthaltenen Werte in den letzten zehn Handelstagen um 25 bis 30 % eingebrochen sind. Er beschrieb die Kursentwicklung als eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die auf weitere Verluste hindeuten könnte, falls es den Käufern nicht gelingt, die Marke von 12.000 Punkten zurückzuerobern.investopedia+1
SK Hynix, dessen American Depositary Receipts (ADRs) am 10. Juli an der Nasdaq debütierten, stand im Mittelpunkt des Ausverkaufs. Nach einem Kurssprung von 13 % am ersten Handelstag fiel das ADR in der folgenden Sitzung um 9,6 % und setzte seinen Sinkflug fort, während die Aktien in Seoul einen historischen Tagesverlust von 15 % verzeichneten. Hersteller von Speicherchips waren allgemein am stärksten von den Verkäufen betroffen. Daten von Yahoo Finance zeigen, dass sich der Roundhill Memory ETF bereits in einem Bärenmarkt befindet.finance.yahoo+3
Analysten verweisen auf mehrere Faktoren, die eine ansonsten normale Gewinnmitnahmephase verstärken. Reuters berichtete, dass Hedgefonds im Vorfeld des Julis die vierte Woche in Folge Chip-Aktien verkauft haben. Die zunehmende Verbreitung gehebelter ETFs auf einzelne Halbleiterwerte, insbesondere in Südkorea, wo von Kleinanlegern getriebene gehebelte Fonds auf ein Vermögen von rund 9 Milliarden US-Dollar anwuchsen, hat eine mechanische Rückkopplungsschleife geschaffen. Dabei lösen fallende Kurse erzwungene Verkäufe zur Neugewichtung aus.finance.yahoo+2
Eine Analyse von Investing.com stellte fest, dass das Halbleiter-Geschäft so beliebt und so stark gehebelt war, dass bei einer auch nur minimalen Stimmungsänderung Zwangsverkäufe einsetzen. Dies lasse normale Korrekturen weitaus bedrohlicher erscheinen, als es die Fundamentaldaten rechtfertigen würden.investing
Die Märkte blicken nun gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne Alphabet , Microsoft , Meta und Amazon Amazon.com, Inc. . Sie erhoffen sich Aufschluss darüber, ob das Wachstum der Investitionen in künstliche Intelligenz anhält. Die Kontrakte auf den Nasdaq 100 lagen am frühen Freitagmorgen im vorbörslichen Handel mit 1,9 % im Minus, während die S&P 500-Futures um 0,9 % nachgaben. Nvidia führte die Verluste bei den sogenannten „Magnificent Seven“ an.marketwise+1
"Wenn wir heute unter 12.000 Punkten schließen und am Freitag oder Montag wieder kräftig nach oben ausbrechen, würde das auf einen Fehlausbruch nach unten hindeuten", sagte Blikre von Yahoo Finance am Donnerstag. "Aber damit würden wir der aktuellen Entwicklung etwas zu weit vorgreifen."finance.yahoo