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barchart+1bloomingbitbarchartEin starker japanischer Yen und steigende globale Staatsanleiherenditen setzten am Dienstag Risikoanlagen breit unter Druck, wobei Bitcoin auf etwa 78 000 Dollar nachgab, da die Märkte eine mögliche Auflösung von Yen-Carry-Trades fürchteten. Die Bewegungen traten auf, während die Ölpreise angesichts eskalierender Spannungen im Nahen Osten in Richtung 100 Dollar pro Barrel stiegen, was die Inflationssorgen vor wichtigen US-Daten im Laufe dieser Woche verschärfte.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erreichte am Dienstag 4,81 % und damit den höchsten Stand seit Ende 2023. Die Kreditkosten stiegen weltweit: Die Rendite der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe erreichte 3,39 %, den höchsten Stand seit 2011, während die Renditen französischer 30-jähriger Staatsanleihen Niveaus erreichten, die seit April 2008 nicht mehr gesehen wurden. Auch die Renditen in Großbritannien und Japan bewegten sich auf mehrjährigen oder jahrzehntelangen Höchstständen.barchart+3
Der Dollar-Yen-Wechselkurs fiel im Tagesverlauf auf bis zu 152,99, was die japanische Währung auf den stärksten Stand gegenüber dem Dollar seit Februar drückte. Die Aufwertung des Yen schürte Sorgen, dass der Carry-Trade, bei dem Anleger sich günstig in Yen verschulden, um risikoreichere Investitionen zu finanzieren, aufgelöst werden könnte – ein Szenario, das die Märkte bereits im letzten Sommer erschütterte.bloomingbit+1
Bitcoin fiel in den letzten 24 Stunden um mehr als 1 %, während Gold um etwa 1 % auf rund 4 390 Dollar pro Unze nachgab. Der S&P 500 verlor im frühen Handel 0,2 % und der Dow Jones Industrial Average fiel um etwa 477 Punkte, obwohl der Nasdaq Composite durch die Stärke von Chip- und KI-Infrastrukturaktien leicht gestützt wurde.bnnbloomberg+2
Brent-Rohöl stieg am Dienstag kurzzeitig auf 99,46 Dollar pro Barrel, bevor es sich bei etwa 98 Dollar einpendelte, nachdem Saudi-Arabien mitteilte, dass neue Angriffe den Betrieb mehrerer Energieanlagen im Süden des Königreichs gestoppt hätten. Die vom Iran unterstützten Houthi-Milizen bekannten sich zu dem Angriff auf die Jazan-Raffinerie mit einer Kapazität von 400 000 Barrel pro Tag. West Texas Intermediate-Rohöl kletterte in Richtung 95 Dollar.barchart+2
Der Ölpreisanstieg hat das ohnehin angespannte Inflationsbild verschlechtert. Die US-Verbraucherpreisdaten für August, die am Freitag erwartet werden, dürften zeigen, dass die Gesamtinflation leicht von 3,4 % auf 3,3 % sinkt, während die Kerninflation auf Jahresbasis auf 2,4 % zurückgehen könnte. Ein Bericht zur Großhandelsinflation am Donnerstag wird voraussichtlich einen Anstieg von 4,7 % auf 5,4 % zeigen.bnnbloomberg+1
Die Inflationsberichte erscheinen kurz vor der Sitzung der Federal Reserve am 15. und 16. September, bei der Händler eine Wahrscheinlichkeit von etwa 58 % bis 61 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte einpreisen. "Ein heißer Inflationsbericht nach den starken Arbeitsmarktdaten würde das Pendel wahrscheinlich zugunsten einer Zinserhöhung ausschlagen lassen, während jede Abschwächung beim Kern-VPI die Erwartungen auf Dezember verschieben würde", sagte Raffi Boyadjian von XM.barchart+1
Es wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 % anhebt, während auch die Bank of Japan bei ihrer Sitzung nächste Woche eine Zinserhöhung plant. Japans Nikkei 225 fiel am Dienstag um 1,7 %, da der stärkere Yen die Exporteure stark belastete.bnnbloomberg+3
"Wenn die langfristigen Renditen weiter in Richtung 5 % und darüber hinaus klettern, beginnt der Anleihemarkt effektiv, die finanziellen Bedingungen von sich aus zu straffen", schrieb die Finanzkommentarseite Investing Live und bezeichnete Renditen als "die Makrovariable, um die herum alles andere gehandelt werden muss".investinglive