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latimes+1latimes+1latimes+1Eine wegweisende Studie, die auf fast 1.000 Jahren Korallenaufzeichnungen von den Galápagos-Inseln basiert, hat ergeben, dass El-Niño-Ereignisse heute mehr als 36 % stärker sind als vor dem Industriezeitalter. Dies liefert einen der bislang klarsten Beweise dafür, dass der menschengemachte Klimawandel das stärkste Klimaphänomen des Planeten verstärkt.
Die in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Untersuchung erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem sich der El Niño von 2026-27 rasch intensiviert. Meteorologen warnen, es könnte sich um das stärkste jemals aufgezeichnete Ereignis dieser Art handeln.
Hauptautorin Julia Cole, Paläoklimatologin an der University of Michigan, und ihre Kollegen untersuchten 29 Korallenfossilien von den Galápagos-Inseln, die mitten im Zentrum des El-Niño-Geschehens liegen und rund 900 Jahre zurückreichen. Durch die Messung chemischer Verhältnisse in den Korallenskeletten rekonstruierte das Team die Meeresoberflächentemperaturen Monat für Monat über Jahrhunderte hinweg.latimes+1
Die Daten zeigten, dass die Schwankungsbreite von El Niño allein in den letzten 40 Jahren um etwa 16 % zugenommen hat. Dieser Anstieg verläuft nahezu parallel zum Temperaturanstieg durch fossile Emissionen. "Wir sehen einen Trend zu stärkeren El-Niño-Ereignissen, und der aktuelle El Niño passt genau zu diesem Trend: Das ist kein Zufall", sagte Cole. Vor dem Industriezeitalter fanden die Forscher keine Hinweise auf ein El-Niño-Verhalten, das so intensiv war wie in den letzten Jahrzehnten.jamaica-gleaner+2
Die Ergebnisse deuten auf eine Rückkopplungsschleife hin: Die Erderwärmung verstärkt El Niño, und El Niño beschleunigt wiederum die globale Erwärmung, indem riesige Mengen an Ozeanwärme in die Atmosphäre abgegeben werden.nationalobserver
Am Donnerstag gab die Weltorganisation für Meteorologie eine Prognose heraus und warnte, dass der aktuelle El Niño mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 % bis Februar anhalten und sich zu einem "sehr starken" Ereignis intensivieren wird, der höchsten Kategorie auf der vierstufigen Skala. Der jüngste wöchentliche Messwert liegt 2,7 °C über dem Normalwert und überschreitet damit bereits deutlich die 2-°C-Schwelle für die Einstufung als "sehr stark". Eine weitere Verstärkung wird erwartet.jamaica-gleaner+2
"Ich habe in unseren Vorhersagen noch nie ein so intensives El-Niño-Signal gesehen", sagte Adam Scaife, Leiter für Langfristprognosen beim britischen Met Office, gegenüber Al Jazeera. UN-Generalsekretär António Guterres warnte, dass "El Niño vor unseren Augen extrem aufgebläht wird".global.chinadaily+1
Nicht alle Wissenschaftler sind überzeugt. Michael Mann von der University of Pennsylvania merkte an, dass vulkanische und solare Aktivitäten die Korallenmuster teilweise erklären könnten. Zeke Hausfather von Berkeley Earth warnte vor "ziemlich großen Unsicherheiten" beim Vergleich von Proxy-Daten mit modernen Messungen. Dennoch nannte Hausfather die Studie "ein weiteres gewichtiges Argument für einen nachweisbaren Klimaeinfluss".latimes+1
Die praktischen Konsequenzen zeichnen sich bereits ab. Ökonomen von Citigroup schätzen, dass ein Super-El-Niño über einen Zeitraum von fünf Jahren weltweite Wirtschaftsschäden von bis zu 7 Billionen US-Dollar verursachen könnte. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnte, dass bis Ende 2027 etwa 274 Millionen Menschen von akuter Hungersnot bedroht sein könnten.aljazeera
"Wir können uns vorbereiten und versuchen, uns anzupassen", sagte Cole. "Aber wir müssen auch die Ursache bekämpfen, und das sind die fossilen Brennstoffe, die wir jeden Tag verbrennen."nationalobserver