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reutersmarketscreenereurometal+1Volkswagen schätzt die Gesamtkosten für den Stellenabbau und potenzielle Werksschließungen im Rahmen seines umfassenden Umstrukturierungsplans auf rund 16 Milliarden Euro (18,6 Milliarden US-Dollar). Dies berichtete zuerst das deutsche Magazin Der Spiegel unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, was Reuters am Donnerstag bestätigte.reuters+1
Die Zahl beziffert die Kosten für den bisher umfangreichsten Umbau in der 89-jährigen Geschichte des größten europäischen Automobilherstellers. Der Konzern reagiert damit auf den Konkurrenzdruck chinesischer Hersteller, US-Zölle und chronische Überkapazitäten in seinen europäischen Werken.
Von den insgesamt 16 Milliarden Euro sollen bis 2030 rund 10 Milliarden Euro für den Abbau von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen weltweit zurückgestellt werden, was Abfindungspakete und Altersteilzeitregeln abdeckt. Weitere 6 Milliarden Euro sind für die potenzielle Einstellung der Fahrzeugproduktion in vier deutschen Werken reserviert: in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Für diese Standorte laufen zwischen 2031 und 2034 die Modellzuteilungen aus. Laut Reuters würde das Auslaufen der Produktion in Emden und Zwickau jeweils etwa 1 Milliarde Euro kosten, während für die Werke in Hannover und Neckarsulm jeweils rund 2 Milliarden Euro anfallen würden. Ein Volkswagen-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Kosten ab.eurometal+2
Der Aufsichtsrat hat den „Zukunftsplan 2030“ in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen. Er sieht vor, die globale Modellpalette des Konzerns bis 2035 zu halbieren und die Gesamkomplexität der Produkte um 75 % zu reduzieren. Volkswagen strebt bis 2030 bei einem Jahresabsatz von 9 Millionen Fahrzeugen eine operative Rendite von 9 % an. Ziel ist ein operatives Ergebnis von rund 31 Milliarden Euro, was eine deutliche Steigerung gegenüber den 8,9 Milliarden Euro darstellt, die 2025 bei ähnlichem Volumen erzielt wurden.wardsauto+1
Die Auswirkungen der Umstrukturierung sind bereits sichtbar. Volkswagen bestätigte diese Woche, dass das Werk in Osnabrück, an dem seit 125 Jahren Fahrzeuge gebaut werden, an die israelische Investmentgesellschaft Aurelius Capital und das Land Niedersachsen verkauft wird. Der Standort soll in eine Produktionsstätte für die Rüstungsindustrie umgewandelt werden, wobei das staatliche israelische Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems zu den ersten Kunden gehört. Rund 1.400 der 1.800 Arbeitsplätze des Werks sollen unter den neuen Eigentümern erhalten bleiben.carbuzz
Die 76 Jahre alte Marke SEAT steht vor der Einstellung bis Ende 2029, während ihr Nachfolger Cupra als eigenständige Marke im Konzern fortgeführt wird. Die spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT warnten, dass eine höhere Cupra-Produktion den Verlust der SEAT-Modelle nicht vollständig ausgleichen könne. Der katalanische Regierungschef Salvador Illa erklärte am 8. September, er verhandle mit Volkswagen, um die Arbeitsplätze im SEAT-Werk Martorell zu sichern, wo rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.starnewskorea+1
Für Nordamerika signalisiert der Plan eine Ausrichtung auf lokal angepasste SUVs, Pickups und sogenannte „Rugged Vehicles“, wobei die wiederbelebte Marke Scout als wesentlicher Wachstumstreiber gilt. Die Software-Tochter Cariad wird ebenfalls umstrukturiert, ein detaillierter Plan soll bis Jahresende vorliegen.wardsauto
Die geplanten Gesamtinvestitionen zwischen 2027 und 2031 belaufen sich auf 135 Milliarden Euro für Sachinvestitionen sowie Forschung und Entwicklung. Das entspricht einer Reduzierung um rund 50 Milliarden Euro gegenüber früheren Annahmen. CEO Oliver Blume nannte den Plan „ein starkes Zeichen für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns“ und versprach, „einen dreistelligen Milliardenbetrag zu investieren, um unsere ikonischen Marken noch attraktiver, stärker und wettbewerbsfähiger zu machen“.eurometal+1