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bbc.yahoo.bbc.Die Trump-Regierung hat am Freitag Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof als Institution verhängt. Bisher hatte Washington lediglich einzelne Richter und Staatsanwälte ins Visier genommen, womit dies eine deutliche Eskalation gegenüber dem in Den Haag ansässigen Tribunal darstellt. Die Ankündigung erfolgte nur Stunden, nachdem die ehemalige IStGH-Richterin Navi Pillay mit dem Friedensnobelpreis 2026 ausgezeichnet wurde.bbc+1
"Wir werden Transaktionen mit diesem Schurkengericht verbieten, ihre Ressourcen abschneiden und ihre Fähigkeit lähmen, gegen uns zu agieren", sagte Außenminister Marco Rubio in einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video. "Entweder beendet der IStGH seine Drohungen, oder wir beenden den IStGH."aljazeera+1
Das Finanzministerium setzte das Gericht unter der Executive Order 14203, die Trump im Februar 2025 unterzeichnete, auf seine Sanktionsliste. Die Anordnung friert Vermögenswerte des IStGH ein, die sich in den Vereinigten Staaten befinden oder von US-Personen kontrolliert werden. Das Finanzministerium erließ zudem vier allgemeine Lizenzen. Eine davon, die General License 13, erlaubt Transaktionen, die zur Aufrechterhaltung oder Abwicklung des Gerichtsbetriebs erforderlich sind, bis zum 7. April 2027 um 00:01 Uhr EDT. Dies deckt Zahlungen von Mitgliedsstaaten, Gehälter, Krankenversicherungen, Miete und Nebenkosten ab. Die anderen Lizenzen betreffen Unternehmenssoftware und Telekommunikationsdienste, Rententransaktionen sowie die Betreuung von Häftlingen, einschließlich des ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte.military+2
Rubio erklärte, die Maßnahmen seien so "strukturiert", dass die Mitgliedsstaaten "verhandeln und eine Lösung" für die Bedenken der USA präsentieren könnten. Das Außenministerium teilte mit, die Übergangsfrist könne sich je nach "Erfolg oder Misserfolg" dieser Bemühungen ändern. Die Vereinigten Staaten hatten bereits 17 Personen im Rahmen der Anordnung sanktioniert.news18+2
Zu den Beschwerden Washingtons zählen die Haftbefehle des Gerichts gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant sowie eine frühere Untersuchung zu US-Truppen in Afghanistan, die inzwischen eingestellt wurde. Netanjahu begrüßte die Sanktionen und bezeichnete den IStGH als "politisches Gremium".yahoo+1
Das Gericht bezeichnete die Sanktionen als "Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und auf die Grundfesten der internationalen Rechtsordnung". IStGH-Präsidentin Tomoko Akane erklärte, das Gericht werde "sein Mandat weiterhin vollständig erfüllen". Die stellvertretende Chefanklägerin Nazhat Shameem Khan sagte gegenüber Reuters, die Maßnahmen "müssen verurteilt werden".cbc+2
Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, die Niederlande und Großbritannien erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, sie "bedauern die Entscheidung und widersprechen ihr entschieden". UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte sie einen "schweren Schlag für unser kollektives Streben nach internationaler Strafjustiz". Die Europäische Union teilte mit, sie sei bereit, "alle notwendigen Maßnahmen" zu ergreifen, um die Arbeit des Gerichts zu schützen.gulf-times+2
Das Gericht hat sich monatelang auf diese Möglichkeit vorbereitet. Es hat Büro-Computer von Microsoft -Software auf Open-Source-Alternativen umgestellt, und sein Kanzler hat die EU dazu gedrängt, bereit zu sein, ihren Blockierungsmechanismus einzusetzen. Ryan Goodman, Rechtsprofessor an der New York University, sagte der BBC, dass Häftlinge letztlich "aus rechtlichen Gründen" freigelassen werden könnten, falls das Gericht keine fairen Prozesse mehr durchführen könne.yahoo+1
Pillay, eine 85-jährige südafrikanische Juristin, war von 2003 bis 2008 Mitglied der Berufungskammer des IStGH. Das Nobelkomitee erklärte, die Auszeichnung solle "daran erinnern", dass "Richter und Institutionen des Völkerrechts unter politischem Druck stehen". Rubios Stellungnahme erwähnte Pillay oder den Preis nicht.straitstimes+2