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biz.chosun+1reutersbloomberg+1Chinas unabhängige Ölraffinerien stellen sich auf weitere Kürzungen ihrer Verarbeitungskapazitäten ein. Eine US-Seeblockade gegen den Iran und Washingtons breitere Sanktionskampagne schnüren die Versorgung mit rabattiertem Rohöl ab, die ihren Betrieb lange Zeit gesichert hat.
Die kleinen privaten Raffinerien, auch bekannt als „Teapots“, stehen vor einer doppelten Herausforderung, wie Bloomberg berichtet: Die iranischen Rohöl-Verladungen sind unter der US-Blockade eingebrochen, während venezolanische Lieferungen umgeleitet wurden. Gleichzeitig fressen die steigenden Weltmarktpreise, bei denen Brent-Rohöl die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel anvisiert, die ohnehin dünnen Margen auf.bloomberg
Die im April verhängte US-Seeblockade gegen den Iran hat die Rohölexporte Teherans massiv beeinträchtigt. Die iranischen Rohöl- und Kondensatverladungen fielen laut Chosun Biz von rund 2 Millionen Barrel pro Tag im März auf 220.000 bis 255.000 Barrel pro Tag im August, was einem Rückgang von etwa 87 bis 89 Prozent innerhalb von fünf Monaten entspricht. Die iranischen Behörden bestätigten, dass sie nicht in der Lage waren, Öl an den US-Kriegsschiffen vorbeizuschleusen, die die Blockade durchsetzen.biz.chosun+1
Am 4. September verhängte das US-Finanzministerium im Rahmen seiner Kampagne „Operation Economic Outcast“ Sanktionen gegen die türkische Golden Global Yatirim Bankasi und zwei ihrer Tochtergesellschaften. Dem Finanzinstitut wird vorgeworfen, Transaktionen in Millionenhöhe für die iranischen Revolutionsgarden erleichtert zu haben. Die Maßnahme zielte auf ein Zahlungsnetzwerk ab, das Erlöse aus iranischen Rohölverkäufen über China in die Türkei geleitet hatte. Damit wurden die Finanzwege, auf die die privaten Raffinerien beim Kauf von rabattiertem iranischen Öl angewiesen waren, weiter blockiert.cnbc+2
Da iranische Barrel knapp sind, haben sich Chinas Raffinerien auf russisches Rohöl gestürzt, doch die kleineren privaten Betriebe werden dabei überboten. Sinopec, der weltweit größte Raffineriebetreiber, kaufte laut Reuters schätzungsweise 10 bis 15 Ladungen ESPO-Rohöl zur Lieferung im Oktober, was 235.000 bis 353.000 Barrel pro Tag entspricht. Einschließlich anderer russischer Sorten könnten die Oktober-Käufe von Sinopec 20 Ladungen übersteigen. Dieser Kaufrausch hat die ESPO-Aufschläge für Lieferungen nach China im November auf bis zu 10 US-Dollar pro Barrel über Brent ansteigen lassen, eine drastische Kehrtwende im Vergleich zu den Rabatten zu Beginn des Jahres.reuters+1
Unter Preisdruck geraten, sind die privaten Raffinerien auf Alternativen aus Brasilien, Kanada und dem Irak ausgewichen. Doch irakisches Basra Medium, das kürzlich in China eintraf, wurde mit einem Aufschlag von etwa 8 US-Dollar pro Barrel gegenüber Brent gehandelt. Ölhändler betonen, dass es bei diesem Niveau selbst nach dem Verkauf von raffinierten Produkten schwierig ist, Gewinne zu erzielen. Raffinerien mit geringen Lagerbeständen könnten daher einfach ihre Auslastung drosseln, anstatt teures Rohöl zu kaufen.biz.chosun
China greift derzeit auf seine strategischen Ölreserven zurück, die auf rund 1,17 Milliarden Barrel geschätzt werden, um den Angebotsschock abzufedern. Dieser Puffer wird jedoch schrumpfen, wenn die Nachfrage der Raffinerien im Vorfeld des Winters anzieht. Russell Hardy, CEO von Vitol, dem weltweit größten unabhängigen Ölhändler, erklärte, dass die Lücke zwischen Chinas Rohölimporten im letzten und in diesem Jahr nicht tragbar sei. Er prognostizierte, dass sich die Importe gegen Ende des Jahres normalisieren müssen, um die saisonale Kraftstoffnachfrage zu decken. Sollte der Druck der USA auf den Iran anhalten, wird sich die Kostenbelastung für die privaten Raffinerien und der Wettbewerb um jedes verfügbare Barrel nur noch weiter verschärfen.biz.chosun