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reuterstbsnews+1Die Weltorganisation für Meteorologie warnte am Montag, dass immer intensivere Waldbrände und Hitzewellen die internationalen Bemühungen zur Verbesserung der Luftqualität und zum Schutz der menschlichen Gesundheit zunichtezumachen drohen, da der Klimawandel das Erreichen von Verschmutzungszielen für viele Länder erschwert.
In ihrem neuesten Jahresbericht über Luftqualität und Klima erklärte die Wetterbehörde der Vereinten Nationen, dass Luftverschmutzung und Klimawandel eng miteinander verknüpft sind und durch koordinierte Maßnahmen statt in Isolation bekämpft werden müssen. Der Bericht warnte davor, dass zwar Vorschriften in Europa und Nordamerika die Industrie- und Verkehrsemissionen von Feinstaub reduziert haben, die Belastung durch brandbedingten PM2,5-Feinstaub jedoch zugenommen hat.reuters+1
„Egal wie sauber Ihre Stadt oder Ihre Region ist … wenn Sie eine hohe Verschmutzung durch Waldbrände haben, kann sich das auch negativ auf die Luftqualität in diesen Regionen auswirken“, sagte Lorenzo Labrador, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der WMO, gegenüber Reuters.reuters
Der Bericht hob die Gefahren von PM2,5 und bodennahem Ozon hervor, Schadstoffe, die mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Labrador erklärte gegenüber AFP, dass Mikropartikel, die durch brennende Vegetation entstehen, „wesentlich giftiger“ seien als solche aus anderen Quellen wie etwa Autoabgasen. Herkömmliche Risikomodelle „könnten die durch Waldbrände verursachte Sterblichkeit um bis zu 93 Prozent unterschätzen“.tbsnews+1
Eine im Bericht zitierte Studie ergab, dass sich extreme Waldbrandrauch-Ereignisse seit den 1990er-Jahren weltweit verdreifacht haben und zwischen 2010 und 2018 zu fast 100.000 zusätzlichen Todesfällen pro Jahr beigetragen haben könnten.reuters+1
Die WMO forderte zudem eine bessere Überwachung von Rußpartikeln (Black Carbon), Mikroplastik und anderen Aerosolen, die trotz ihres weit verbreiteten Vorkommens in der Atmosphäre nach wie vor nur unzureichend erfasst würden.timesofisrael
Der Bericht erscheint nach einem Jahr extremer Hitze und zerstörerischer Waldbrände in Teilen Europas, darunter Spanien, Frankreich und Griechenland. Die PM2,5-Konzentrationen lagen 2025 im nördlichen Kanada, in Teilen Russlands und im westlich-zentralen Afrika aufgrund erhöhter Brandaktivität über den langjährigen Mittelwerten, während sich Nordwestspanien nach außergewöhnlichen Spätsommerbränden zu einem Verschmutzungsschwerpunkt entwickelte.straitstimes+1
In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 sind in den Ländern der Europäischen Union laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem mehr als 600.000 Hektar Land verbrannt, was den 20-Jahres-Durchschnitt von rund 280.000 Hektar weit übertrifft. Die Gefahr von Waldbränden verlagert sich zudem nach Norden: Traditionell kältere Regionen wie Schottland und Südskandinavien sind mit einem erhöhten Risiko konfrontiert, da trockenere Bedingungen häufiger werden.europeansting
„Die Menschen sollten nicht davon ausgehen, dass feuchte oder grüne Landschaften gegen Brände immun sind“, sagte Will Hayes, Forscher am Leverhulme Centre for Wildfires, Environment and Society im Vereinigten Königreich. „In trockenen, warmen und windigen Perioden kann die Vegetation selbst in Hochland- und Nordregionen leicht entzündlich werden.“europeansting